Das sagt die Schwester der getöteten Radfahrerin der „Letzten Generation“

Anja Umann, die Schwester der in Berlin verstorbenen Radfahrerin, wendet sich in der ARD-Talkshow Maischberger erneut an die Öffentlichkeit.

 Anja Umann, die Zwillingsschwester der getöteten Radfahrerin. 
Anja Umann, die Zwillingsschwester der getöteten Radfahrerin. Imago/Klaus W. Schmidt

Die Zwillingsschwester von Anja Umann ist Ende Oktober in der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf von einem Betonmischer überrollt worden und starb an den Folgen des Unfalls. Die Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ stehen seit dem Unfall weiterhin in der Kritik. Ihnen wird von der Feuerwehr vorgeworfen, mit ihrem Protest die Rettung der Frau teilweise verzögert zu haben.

In der ARD-Talkshow Maischberger wandte sich Umann erneut an die „Letzte Generation“: „Wenn ich eine Botschaft habe, wäre es wohl die, tatsächlich zu überlegen, ob Hass, Wut und Zerstörung der richtige Weg ist zur Veränderung.“ Die Frage sei, ob man in einem konstruktiven Miteinander nicht mehr erreichen kann, um Problem zu lösen. Aktive Lösungsansätze seien besser als blinder Protest, so Umann. 

Feuerwehr: Bergefahrzeug kam wegen Klimaprotest nicht rechtzeitig an

Laut Aussage der Berliner Feuerwehr traf ein Spezialfahrzeug zur Bergung verspätet am Unfallort ein, weil es in einem durch eine Klima-Blockade verursachten Stau steckengeblieben war. Die Süddeutsche Zeitung hatte allerdings über einen Vermerk der Notärztin berichtet, wonach das Fahrzeug bei der Bergung gar nicht nötig gewesen sei.

Für Anja Umann macht diese Tatsache allerdings keinen Unterschied. Dem Spiegel sagte sie in einem ersten Interview: „Es hätte ja ebenso gut sein können, dass dieses Fahrzeug das Leben meiner Schwester hätte retten können, wie zunächst anzunehmen war“, sagt sie. Wut auf die Aktivisten empfinde sie aber nicht. „Wut gibt mir meine Schwester auch nicht zurück. Ich stehe weiterhin hinter den Aktivisten, nur ihre Methodik stelle ich manchmal infrage“, sagt sie. Umann wirft ihnen Arroganz im Umgang mit dem Tod ihrer Schwester vor. Sie betont aber dennoch: „Meine Schwester und ich teilen die Ziele der Bewegung zu 100 Prozent“.