BerlinDie rasant steigenden Corona-Zahlen treiben viele EU-Staaten zu immer härteren Maßnahmen gegen die Pandemie. Spanien rief am Sonntag erneut den nationalen Notstand aus. Ausgangsbeschränkungen und Auflagen sollen die zweite Welle bremsen, auch in Italien, Belgien, der Slowakei oder Österreich. Ein Überblick über die neuen Corona-Regeln in Europa.

Die Norweger sollen wegen der auch bei ihnen steigenden Corona-Zahlen ab Mittwoch nicht mehr als fünf Gäste in ihren eigenen vier Wänden begrüßen. Private Zusammenkünfte an öffentlichen Orten werden zugleich landesweit auf maximal 50 Teilnehmer begrenzt; bislang lag die Grenze bei 200. Darüber hinaus werden Arbeitskräfte aus Ländern, die die EU als Risikogebiete bezeichnet, ab Sonnabend nicht wie bisher von der obligatorischen Zehn-Tages-Quarantäne ausgenommen. Dazu zählen unter anderem Polen, Frankreich und Großbritannien.

In Dänemark dürfen sich von Montag an nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln. Kioske und Supermärkte dürfen nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. Dänemark erlaubt die Einreise aus Deutschland nur noch aus triftigem Grund.

In Frankreich gilt eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.

Corona: Nächtliche Ausgangssperre in Belgien

Auch in Belgien hat die Regierung bereits eine nächtliche Ausgangssperre verfügt, dazu die Schließung von Kneipen und Restaurants und strikte Kontaktbeschränkungen. Die Regionalregierung für Brüssel schärfte dies am Wochenende noch nach. Ab Montag gilt in der Hauptstadt überall Maskenpflicht, alle Theater, Kinos, Museen, Sportstätten und Schwimmbäder werden geschlossen. Heimarbeit ist – soweit möglich – Pflicht.

Überall in Europa ziehen Regierungen wieder die Bremse an – auch in dem verzweifelten Bemühen, einen kompletten Lockdown zu vermeiden. Der nationale Notstand in Spanien soll dazu dienen, eine nächtliche Ausgangssperre verhängen zu können. Er gilt seit Sonntag für zunächst zwei Wochen. Ministerpräsident Pedro Sánchez hofft aber auf eine Verlängerung um gleich sechs Monate bis zum 9. Mai, sofern das Parlament zustimmt.

In Italien sollen ab Montag bis zum 24. November Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen nicht mehr öffnen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Restaurants und Bars müssen um 18 Uhr schließen. Ferner muss der Unterricht für mindestens 75 Prozent der Gymnasialschüler online abgehalten werden.

Corona: Kontaktbeschränkungen in Österreich

In Österreich gilt seit Sonntagnacht in Restaurants eine Höchstzahl von sechs statt bisher zehn Erwachsenen pro Tisch. Bei Tanz- oder Yogakursen oder privaten Geburtstagsfeiern dürfen sich nur noch sechs Personen treffen, draußen zwölf.

In der Slowakei dürfen Menschen seit Sonnabend bis zum 1. November ihre Wohnungen nur für den Weg zur Arbeit sowie dringende Besorgungen verlassen. Am Freitag begannen Antigen-Schnelltests für die gesamte Bevölkerung, die binnen drei Wochen abgeschlossen sein sollen. Ministerpräsident Igor Matovic meldete am Sonntag 3024 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – auch das ein Rekordwert.

In Polen bleiben Restaurants zu, Versammlungen mit mehr als fünf Personen verboten. In Slowenien schließen die meisten Geschäfte, Hotels, Kindergärten, Studentenheime, Friseur- und Schönheitssalons. In Lettland dürfen bei Veranstaltungen in Räumen nur noch maximal zehn Personen zusammenkommen. In der bulgarischen Hauptstadt Sofia wurden alle Nachtlokale wie Diskos, Bars und Clubs geschlossen.