Hannover - Das Coronavirus beeinflusst möglicherweise auch unser Dating-Verhalten. Geimpfte und Ungeimpfte finden laut einer Umfrage der psychologischen Partnerbörse Gleichklang auch beim Online-Dating nicht zusammen. Ungeimpfte zeigen demnach etwa eine geringere Bereitschaft zu entsprechenden Schutzmaßnahmen bei persönlichen Treffen. Ziel der Umfrage war es herauszufinden, wie der Impfstatus sich auf die Partnerwahl auswirkt und inwieweit die vierte Corona-Welle das Dating-Verhalten bestimmt.

An der Umfrage waren 1088 Personen beteiligt, darunter 574 Frauen, 506 Männer und acht Menschen mit non-binärem Geschlecht. Die Befragten waren im Durchschnitt 52 Jahre alt, die Altersspanne lag zwischen 18 und 80 Jahren. 

Im Bezug auf den Impfstatus ließen sich den Daten zufolge vier Gruppen identifizieren

  • Geimpfte: 78,4 Prozent
  • Impfverweigerer: 14,3 Prozent gaben an, ungeimpft zu sein und ungeimpft bleiben zu wollen
  • Unentschiedene: 5,7 Prozent sagten aus, noch über eine mögliche Impfung nachzudenken
  • Impfbereite: 1,6 Prozent der Befragten sind noch nicht geimpft, wollen sich aber wohl zeitnah impfen lassen.

Die Bedeutung des Impfstatus: Ungeimpfte und Unentschiedene liberaler? 

Welchen Einfluss hat der Impfstatus nun bei den vier Gruppen jeweils auf die Partnerwahl? Bei den Geimpften legt laut der Umfrage eine Mehrheit von 72,5 Prozent Wert darauf, dass künftige Partner ebenfalls geimpft sind – 27,1 Prozent von ihnen ist das egal. Unter den Ungeimpften ist das Verhältnis ausgeglichen: Während die eine Hälfte (50 Prozent) angab, dass ihr Partner auch ungeimpft sein soll, ist es der anderen Hälfte egal. Die Unentschiedenen haben zum Impfstatus ihrer zukünftigen Partner mehrheitlich keine festgelegte Meinung: 85,5 Prozent ist dieser egal, knapp 13 Prozent suchen nach ungeimpften und 1,6 Prozent nach geimpften Partnern. 

Laut Umfrage hat die vierte Welle auf das Dating-Verhalten insgesamt insofern Einfluss, als dass sich viele stärker auf Online-Dating per Chat, Telefon und Video beschränken wollen. Von den Geimpften will knapp die Hälfte (47,3 Prozent) ihre Treffen reduzieren oder einstellen. Bei den Impfverweigerern sind es 26 Prozent.

Umfrage: Mehrheit der Geimpften will sich nur mit ihresgleichen treffen 

Im Bezug auf die Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen gibt es deutliche Unterschiede: Eine Mehrheit von 86,8 Prozent der Geimpften gab an, sich auf Treffen im Freien zu beschränken, Maske zu tragen und sich überhaupt erst nach einem beidseitigen negativen Testergebnis zu treffen. Bei den Impfverweigerern betrug dieser Prozentsatz knapp weniger als die Hälfte (49,7). Einen deutlichen Unterschied markiert auch die Frage nach dem ersten Treffen: 56,7 Prozent der Geimpften würden sich allein mit ebenfalls Geimpften verabreden. Weder die Impfverweigerer noch die Unentschiedenen stimmten der Aussage zu: Für keinen von ihnen (0 Prozent) ist das erste Treffen vom Impfstatus abhängig. 

Was die Zahlen der Umfrage zeigen, bestätigt ein Psychologe, der für das Datingportal tätig ist: Geimpfte und Ungeimpfte stehen sich bei der Partnersuche oppositionell gegenüber, resümiert Dr. Guido Gebauer.