Berlin - Die Zahl weiblicher Vorstände in den börsennotierten deutschen Unternehmen ist einer Erhebung des Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young) zufolge auf einen Höchststand gestiegen. Derzeit sind demnach 11,5 Prozent aller Vorstandsmitglieder der 160 Dax-, MDax- und SDax-Unternehmen weiblich.

Unter insgesamt 681 Vorstandsmitgliedern zählte EY 78 Frauen – acht mehr als zu Beginn des vergangenen Jahres. „Würde der Frauenanteil weiter so wachsen wie bisher, würde es noch 30 Jahre dauern, bis die Hälfte aller Vorstandspositionen mit Frauen besetzt sind“, sagte EY-Personalexperte Markus Heinen. 

Man könne zur derzeit im Gesetzesverfahren befindlichen Quote stehen, wie man will, so Heinen weiter: „Aber wir können davon ausgehen, dass sie den Anteil von Frauen im Vorstand in kurzer Zeit signifikant steigern wird.“ Der EY-Analyse zufolge findet sich in 60 Prozent aller in den Dax-Indizes gelisteten Unternehmen nach wie vor keine einzige Frau im Vorstand.

„Fatales Signal“

In sechs der 160 Unternehmen hat eine Frau den Vorstandsvorsitz – darunter ist allerdings keines der 30 Dax-Unternehmen. Dafür ist der Anteil weiblicher Vorstände hier laut EY am höchsten: 15,7 Prozent der Vorstandsposten im Dax sind mit Frauen besetzt. Im MDax machen Frauen demnach 11,2 Prozent der Vorstände aus, im SDax 8,6 Prozent.

Es sei „ein fatales Signal für weibliche Beschäftigte“ und „spricht auch nicht für die Kultur in einem Unternehmen, wenn Frauen es offensichtlich schwer haben, in verantwortliche Positionen zu kommen“, sagte Heinen.