Berlin -  In den Kartons aus Spanien waren offiziell Pistazien. Doch in echt kamen Drogen in Berlin an. 240 Kilogramm Marihuana wurden beschlagnahmt, gegen drei Tatverdächtige Haftbefehle erlassen, wie Staatsanwaltschaft und Zollfahndungsamt am Donnerstag mitteilten. Es gehe um eine verdächtige albanische Tätergruppierung, hieß es.

Laut Mitteilung schlugen die Ermittler bereits am Montag zu. Durch Zusammenarbeit mit spanischen Behörden sei bekannt geworden, dass die Lieferung mit einer Spedition auf dem Weg nach Berlin war. Der Transport sei am Montagvormittag in einem Gewerbegebiet im Stadtteil Karlshorst angekommen. Zollfahnder seien schon vor Ort gewesen und hätten im Verborgenen zunächst das Geschehen beobachtet.

Ein Mann habe die Ware entgegengenommen und eingelagert. Er sei beim Verlassen des Geländes von Spezialkräften festgenommen worden.

Bei der weiteren Observation sei ein zweiter Verdächtiger in den Blick gerückt, der nicht in den verschlossenen Lagerraum reinkam und daraufhin eine Adresse in Berlin-Mitte ansteuerte. Dort habe er sich mit einem weiteren Mann getroffen, hieß es. Beide hätten Verpackungsmaterial aus einer Wohnung heraus entsorgt, das den Kartons in Karlshorst deutlich ähnelte. Bei dem sichergestellten Material seien später Reste von Marihuana festgestellt worden.

Als das Duo aus einem Lieferwagen Kisten ablud, schlugen die Ermittlerinnen und Ermittler zu. Neben den beschlagnahmten 142 Kilogramm Marihuana aus Karlshorst seien bei der Durchsuchung von Fahrzeugen und der Wohnung weitere 98 Kilogramm Marihuana sowie 710 Gramm Kokain entdeckt worden.

Bereits im Oktober hatten Zollfahnder laut Mitteilung 74 Kilogramm Marihuana in Karlshorst beschlagnahmt. Ob beide Lieferungen zusammenhängen, werde derzeit geprüft.

Die drei mutmaßlichen Mitglieder der Marihuana-Bande im Alter zwischen 28 und 37 Jahren schweigen laut Staatsanwaltschaft bislang zu den Vorwürfen.