Leipzig - Seit den Mittagsstunden sind Kritiker der Corona-Maßnahmen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt in Autokorsos auf dem Weg nach Leipzig. Allerdings zeichnete sich nach Polizeiangaben eine deutlich geringere Teilnehmerzahl ab als erwartet. In Leipzig sind mehrere Gegendemonstrationen angekündigt – die Polizei hat sich auf einen Großeinsatz vorbereitet. So war sie etwa mit einem gepanzerten Fahrzeug an der Messe, wo sich ein Impfzentrum befindet.

Die Polizei habe „Maßnahmen“ gegen die Gegendemonstranten ergriffen, auch ein Hubschrauber sei im Einsatz gewesen. Auf beiden Seiten sei es zu Sachbeschädigungen gekommen, hieß es. 

Gegendemonstranten blockieren Autokolonne aus Halle

In Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) startete der Autokorso gegen 11.15 Uhr, wie die Polizei informierte. Die Rede war von etwa 60 Fahrzeugen. Eine geplante Autokolonne aus Halle wurde hingegen kurz nach dem Start von Gegendemonstranten blockiert und die Fahrt wurde schließlich abgebrochen. Aus Naumburg machten sich laut Polizei etwa 50 Fahrzeuge auf den Weg – und damit weit weniger als die angemeldeten 250. In Dresden war von 45 statt der prognostizierten mehr als 100 Fahrzeuge die Rede. Die Polizei berichtet aktuell über den Nachrichtendienst Twitter.

Ein Autokorso in Plauen wurde laut Polizei am Vormittag vom Veranstalter abgesagt. Der Versammlungsbehörde waren rund 200 Teilnehmer avisiert worden. Wegen der hohen Corona-Inzidenz im Vogtland war für ihn nur eine Strecke in der Region genehmigt worden.

Nach Angaben der Polizei in Leipzig ist im Tagesverlauf mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. In der Innenstadt formierte sich auch Gegenprotest unter dem Motto „Querdenken ausbremsen“. Ein Bündnis aus Vereinen, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften wollte sich den Gegnern der Corona-Regeln entgegenstellen. Dazu starteten Kundgebungen von Fahrrad- und Motorradfahrern, zudem ist eine Veranstaltung mit 1000 Teilnehmern auf dem Augustusplatz geplant.