Berlin - Tausende Demonstranten haben in Berlin von der künftigen Bundesregierung einen besseren Klimaschutz gefordert. Knapp vier Wochen nach der Bundestagswahl protestierten Anhänger der Bewegung Fridays for Future sowie weiterer Bündnisse. Die Polizei sprach von einem „überwiegend störungsfreien Verlauf“ der Demonstration. An der eine „hohe vierstellige“ Zahl an Personen teilgenommen habe. Nach deren Ende kam es jedoch zu Blockaden vor den Zentralen der drei Parteien, die am Vortag Koalitionsverhandlungen aufgenommen hatten.

Die größte davon war vor der SPD-Parteizentrale in Kreuzberg: Rund 200 Menschen blockierten nach Polizeiangaben die Kreuzung vor dem Willy-Brandt-Haus, auf der auch ein Traktor abgestellt wurde. Drei Männer kletterten auf Ampel- beziehungsweise Laternenpfähle. Es handele sich um eine Blockade-Aktion von Friday for Future, wie eine Sprecherin der Bewegung sagte.

Auch vor der Parteizentrale der Grünen versammelten sich laut Polizei Klimaschützer auf der Straße. Dort seien es 35 bis 40 Menschen gewesen, hieß es. Vor dem Parteihaus der FDP gab es ebenfalls Aktionen, wie es von Friday for Future hieß.

Fridays for Future: Berichte über Gewalt

Am Rand des Demozugs sei ein Beamter verletzt worden, teilte die Polizei auf Twitter mit. Eine teilnehmende Person soll einen Polizisten mit einer Fahnenstange attackiert haben. Bei der anschließenden Festnahme des Angreifers sei es zu Rangeleien mit Protestierenden gekommen.

Auf Twitter schrieben die Klima-Aktivisten wiederum von Polizeigewalt gegen Demonstrierende bei der Blockade vor der SPD-Zentrale. „Das ist ein Skandal!“ Die Beamten würden den „legitimen Protest“ gefährden.

Fridays for Future: Verwirrung um Demo-Ende

Mit Blick auf das stürmische Wetter kündigten die Initiatoren an, die Veranstaltung abzukürzen. Die Abschlusskundgebung sollte bereits an der SPD-Zentrale in Kreuzberg erfolgen.

Dort angekommen, entschieden sich die Veranstalter aber anders. Nach Beratungen sei es doch möglich, wie ursprünglich geplant die Route zurück zum Brandenburger Tor zu beenden, sagte eine Sprecherin.