Demos in Berlin zum Jahrestag der Ermordung von Liebknecht und Luxemburg

Am Sonntag jährte sich die Ermordung der Sozialisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zum 104. Mal. Über 4000 Menschen gingen in Berlin auf die Straße.

Die Linke-Fraktionsvorsitzenden Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch legen auf dem Friedhof in Friedrichsfelde einen Kranz nieder.
Die Linke-Fraktionsvorsitzenden Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch legen auf dem Friedhof in Friedrichsfelde einen Kranz nieder.dpa/Annette Riedl

Anlässlich des 104. Jahrestages der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ist am Sonntag wieder zu mehreren Demonstrationen in Berlin aufgerufen worden. Die größte Demo vom Frankfurter Tor bis zum Friedhof in Friedrichsfelde, auf dem Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht beerdigt sind, ist nach Angaben einer Polizeisprecherin inzwischen wieder beendet. Die Einsatzkräfte zählten etwa 4300 Teilnehmer.

Die Demonstranten liefen um 10 Uhr morgens die Frankfurter Allee entlang bis zur Gudrunstraße. Auf dem angrenzenden Friedhof im Ortsteil Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg befindet sich die Gedenkstätte der Sozialisten. Die Gendenkveranstaltung auf dem Friedhof und die Mahnwache in der Rüdigerstraße war um 13 Uhr beendet.

Amira Mohamed Ali, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, und der Co-Vorsitzende Dietmar Bartsch ehrten Liebknecht und Luxemburg mit einem Kranz ebenso wie die Parteispitzen Janine Wissler und Martin Schirdewan. Auch Berlins Kultursenator Klaus Lederer legte eine Nelke nieder.

Für Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg: Mehrere Demorouten in Berlin

Die Berliner Geschichtswerkstatt organisierte ein Gedenken an der Stelle am Landwehrkanal in der Nähe des Zoologischen Gartens, an der die Leiche Luxemburgs gefunden worden war. Die sozialistische Jugendbewegung Falken plante auch eine Demo. Nach Angaben der Polizei Berlin sind die etwa 100 Teilnehmer am Vormittag über die Straße des 17. Juni und durch den Tiergarten gelaufen.

Eine weitere Demoroute führt ab Sonntagnachmittag ab 17 Uhr über den Olof-Palme-Platz, die Budapester Straße, die Katharina-Heinroth-Ufer, die Lichtensteinbrücke, die Lichtensteinallee und den Großen Tiergarten. In der Cranachstraße findet um 15 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt. Schon am Tag zuvor versammelten sich Hunderte Teilnehmer zur Rosa-Luxemburg-Konferenz.

Liebknecht und Luxemburg wollten die Regierung absetzen und wurden erschossen

Anfang Januar 1919 hatte ein Revolutionsausschuss unter Liebknecht, Mitbegründer der Kommunistischen Partei, die Regierung des Sozialdemokraten Friedrich Ebert für abgesetzt erklärt. Es gab Massendemonstrationen. Der Spartakusaufstand wurde niedergeschlagen.

Wenige Tage nach den blutigen Kämpfen wurden die untergetauchten Führer des Spartakusbunds, Luxemburg und Liebknecht, am 15. Januar 1919 von Mitgliedern einer Bürgerwehr festgenommen. Die beiden Köpfe der revolutionären Bewegung wurden verschleppt und verhört. Anschließend erschossen rechtsgerichtete Soldaten Liebknecht im Tiergarten. Luxemburg wurde ebenfalls nach dem Verhör in einem Auto erschossen. Ihre Leiche warfen die Soldaten in den Landwehrkanal, wo sie erst Ende Mai 1919 gefunden wurde.