Berlin - Ab Sonntag gilt der neue Fahrplan der Deutschen Bahn – und damit ändern sich einige Dinge. Unter anderem wird das Angebot im Fernverkehr deutlich ausgeweitet. Außerdem sollen mehr Züge insbesondere zur Weihnachtszeit eine größere Anzahl von Fahrgästen auch mit dem in Pandemie-Zeiten nötigen Sicherheitsabstand an ihre Reiseziel bringen. Ein Überblick über die anstehenden Änderungen.

Welche zusätzlichen Kapazitäten plant die Bahn?

Täglich rund 50.000 Sitzplätze zusätzlich – mit dem Fahrplanwechsel weitet die DB ihr Angebot im Fernverkehr deutlich aus. Möglich wird dies durch den Einsatz besonders langer ICE-Züge, die teils über 900 Menschen transportieren können. Ende des Jahres werden insgesamt rund 340 Schnellzüge im Einsatz sein.

Die DB führt außerdem verschiedene neue Sprinter-Strecken ein. Damit will die Bahn auch Inlandsflügen Konkurrenz machen. Zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen wird außerdem eine Schnellstrecke eingerichtet, die im Zweistundentakt fahren soll.

Mit neuen Sprinterverbindungen am Tagesrand will die Bahn außerdem um Geschäftskunden werben – so sei es möglich, „morgens frühere Termine wahrzunehmen und abends wieder zu Hause zu sein“. Die Reisezeit zwischen München und Zürich verkürzt sich außerdem bei der Hälfte der Verbindungen um 30 Minuten.

Auch zwei neue Nachtverbindungen werden angeboten: Reisende können künftig über Nacht von Wien über München nach Paris sowie von Zürich über Basel und Köln nach Amsterdam reisen. Angeboten werden die Fahrten in Kooperation mit anderen europäischen Bahnbetreibern.

Was ändert sich beim Ticketkauf?

Beförderung nur mit gültigem Fahrausweis – so lautet die Regel. Wer spontan in den Zug springt, musste bisher ein Ticket beim Zugpersonal lösen und zahlte eine Gebühr von 17 Euro zusätzlich zum regulären Ticketpreis.

Künftig wird dies erleichtert: Bis zehn Minuten nach der Abfahrt können Reisende nun noch ein Ticket über die DB App buchen. So sollen auch Kontakte zum Personal und somit das Infektionsrisiko gesenkt werden. Ab dem 1. Januar 2022 ist der Ticketkauf beim Zugpersonal dann nicht mehr möglich.

Welche Regelungen gelten für Kinder?

Ab dem Fahrplanwechsel gilt außerdem eine großzügigere Regelung zur Mitnahme von Kindern im Alter von sechs bis einschließlich 14 Jahren. Diese dürfen künftig nicht nur mit einem Eltern- oder Großelternteil gratis mitreisen, sondern auch mit einer anderen Begleitperson ab 15 Jahren. Das mitreisende Kind muss lediglich auf der Fahrkarte eingetragen sein. Kinder unter sechs Jahren fahren generell kostenfrei mit.

Wie ändern sich die Preise?

Mit dem neuen Fahrplan erhöht die Bahn zugleich auch die Preise. Sie steigen zum Fahrplanwechsel um durchschnittlich 1,9 Prozent im Fernverkehr. Die Preissteigerungen liegen laut Konzern damit „deutlich“ unter der Inflationsrate.

Die Flexpreise und die Preise für Streckenzeitkarten sowie für die BahnCard 100 erhöhen sich zum 12. Dezember um durchschnittlich 2,9 Prozent. Auch die Preise für die BahnCard 25 und 50 steigen um 2,9 Prozent.

Welche Besonderheiten gelten zu Weihnachten?

Zwischen dem 22. Dezember und dem 2. Januar setzt die Bahn rund 100 zusätzliche Fernzüge ein. Die Tickets sind bereits über die Internetseite der Bahn oder die DB App buchbar. Zusätzlich sollen an den Bahnhöfen mehr Servicemitarbeiter als sonst eingesetzt werden. Sie sollen den Passagieren beim Ein- und Aussteigen helfen und bei Fragen zur Verfügung stehen.

Die zusätzlichen Züge werden insbesondere auf stark nachgefragten Strecken eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise die Strecken Berlin–Stuttgart, Berlin–München, von Nordrhein-Westfalen nach Berlin oder auch Hamburg–Karlsruhe.

Welche sind die besten Reisetage?

Weihnachten fällt in diesem Jahr auf ein Wochenende. Der Hauptreisetag wird laut Bahn deshalb Donnerstag, der 23. Dezember, sein. Wer lieber mit weniger Menschen im Zug sitzen will, sollte deshalb erst am Samstag fahren oder bereits am Dienstag oder Mittwoch reisen. Außerdem empfiehlt die Bahn Sitzplatzreservierungen.

Schon jetzt sind die Züge laut Auskunft der Deutschen Bahn gut gebucht: Die Buchungszahlen liegen demnach bereits über denen von 2020. Trotz der Zunahme fahren aber noch immer 35 bis 40 Prozent weniger Menschen an Weihnachten mit der Bahn als im Jahr 2019, vor der Corona-Pandemie.