BremenDas Oberverwaltungsgericht (OVG) der Freien Hansestadt Bremen hat die Klage der Deutschen Fußball-Liga gegen den Gebührenbescheid für ein sogenanntes Hochrisikospiel im April 2015 im Weserstadion erneut abgewiesen. 

Das Land Bremen und die DFL hatten sich in der Vergangenheit darauf geeinigt, den Gebührenbescheid von rund 425.000 Euro auf etwa 386.000 Euro zu senken. Im Grundsatz bestätigte das OVG ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVG) aus dem März 2019, demzufolge das Land generell das Recht habe, sich zusätzliche Kosten von der DFL erstatten zu lassen.

Wegen der Differenzen über die Gebührenhöhe hatte das BVG den Fall aber noch einmal nach Bremen zurückverwiesen. Eine Revision wurde nicht zugelassen. Die DFL kann innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils Beschwerde beim BVG einlegen und hätte dann einen weiteren Monat Zeit, um diese zu begründen.

Bremen und DFL streiten sich seit Jahren

Sollte die DFL auf dieses Rechtsmittel verzichten, würde eine seit fast sechs Jahren andauernde juristische Auseinandersetzung zu Ende gehen. Die DFL hatte bereits angekündigt, alle anfallenden Gebührenbescheide an den Verein Werder Bremen weiterzureichen. Bislang wurden unter Vorbehalt für vier Hochrisikospiele Gebühren in Höhe von insgesamt 1,17 Millionen Euro an die Bremer Innenbehörde überwiesen.

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald sieht den Verein nicht in der Pflicht, die Kosten vollständig zu übernehmen: „Das wäre ein großer Wettbewerbsnachteil, gegen den wir uns wehren.“ Bislang ist Bremen das einzige Bundesland, das dem Veranstalter zusätzliche Kosten für Sicherheit bei entsprechenden Hochrisikospielen in Rechnung stellt. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) konnte bislang keinen seiner Amtskollegen davon überzeugen, ihm zu folgen. „Wenn ich die Polizeipräsidenten fragen würde, wären sie mit Sicherheit mehrheitlich auf meiner Seite“, so der Politiker.