Bonn - Die drei deutschen Mobilfunkanbieter wollen mit wechselseitigen Kooperationen die Funklöcher in ihren Netzen schließen. Telefónica, Vodafone und die Deutsche Telekom wollen sich in Gebieten, die durch jeweils eines der Unternehmen bereits abgedeckt sind, gegenseitigen Zugang zu ihren 4G-Netzen gewähren, wie das Bundeskartellamt am Dienstag mitteilte. Der Ausbau des eigenen Netzes ist in solchen Gebieten oftmals unwirtschaftlich. Insgesamt sind laut Kartellamt mehrere tausend Mobilfunkstandorte in Deutschland betroffen.

Im vergangenen Jahr hatten bereits Deutsche Telekom und Vodafone eine ähnliche Kooperation geplant. Das Bundeskartellamt hatte jedoch interveniert, da durch den Ausschluss des Telefónica-Konzerns negative Wettbewerbsauswirkungen befürchtet wurden.

Mit der jetzt vereinbarten Beteiligung des Telefónica-Konzerns an der Kooperation sei „auch den Mobilfunkkunden in Deutschland am besten geholfen“, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. „Wenn sich alle Anbieter zur Schließung solcher Lücken wechselseitig Zugang zu den Netzen der anderen Anbieter verschaffen, lassen sich etwa Verbindungsabbrüche noch besser vermeiden.“