Tel Aviv - Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz hat eine Untersuchungskommission eingesetzt, die die Affäre um ein milliardenschweres Geschäft mit deutschen U-Booten aufklären soll. Im Zusammenhang mit dem Waffengeschäft stehen mehrere Vertraute von Regierungschef Benjamin Netanjahu unter Korruptionsverdacht.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung werde die Kommission innerhalb von vier Monaten vorstellen, so das Verteidigungsministerium. Die Öffentlichkeit werde in aller Transparenz über die Erkenntnisse des Gremiums informiert werden, hieß es. In der U-Boot-Affäre geht es um den umstrittenen Verkauf dreier deutscher U-Boote sowie mehrerer Kampfschiffe von ThyssenKrupp im Wert von insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro an Israel.

Viele fordern Netanjahus Rücktritt

Während des Wahlkampfs zur vergangenen Parlamentswahl hatte der damalige Oppositionsführer und Ex-Armeechef Gantz Netanjahu beschuldigt, für den Kauf umgerechnet 3,9 Millionen Euro erhalten zu haben. Der israelische Generalstaatsanwalt sah allerdings keine Grundlage für die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen Netanjahu, der bereits infolge anderer Anschuldigungen wegen mutmaßlicher Korruption angeklagt wurde.

In der U-Boot-Affäre spielt Netanjahus Privatanwalt David Schimron eine zentrale Rolle. Seit Wochen fordern Demonstranten in Israel außerdem den Rücktritt des Regierungschefs. Sie werfen ihm vor allem Missmanagement in der Corona-Krise vor. Hinzu kommt der für Januar angedachte Beginn der Beweisaufnahme im Korruptionsprozess gegen Netanjahu.