Deutsche Landwirte klagen derzeit über ein Überangebot an Erdbeeren, weshalb sie ihre Ernte teils vernichten.  Wie der WDR unter Berufung auf Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen berichtet, lohnt sich für viele Bauern die Ernte nicht, da die Kosten hoch, die Preise niedrig sind. Ein Grund für die niedrigen Preise: Das trockene Wetter in den vergangenen Wochen.

Die Bauern könnten in diesem Jahr keinen Gewinn mit ihren Früchten erwirtschaften, sagt Rüb gegenüber dem WDR. Es gebe eine Überangebot an Erdbeeren, wodurch die Preise sinken. Überdies seien auch die Spritkosten für Traktoren gestiegen und die Lohnkosten hoch. Die Nachfrage ist laut Rüb ebenfalls gering – warum ist das so?

Der Alltag wird teurer – Deutsche verzichten daher auf bestimmte Lebensmittel

„Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Menschen aufgrund der Inflation und der hohen Kosten für Energie und Sprit – auch bedingt durch den Krieg in der Ukraine – nicht mehr so viel Geld zur Verfügung haben.“ Der Alltag sei für die Menschen so teuer geworden, dass sie auf bestimmte Lebensmittel verzichten – etwa den Kauf von Erdbeeren. Ein Landwirt aus Coesfeld sagt gegenüber dem WDR: „Man könnte weinen – das ist die Arbeit eines Jahres oder sogar mehrerer Jahre. Wenn man das dann kaputtmacht, ohne den Nutzen zu haben, ist das schon sehr ärgerlich.“

Die Brandenburger Spargel-Bauern sind ähnlich entsetzt über die Saison wie die Erdbeer-Landwirte. Zu Beginn habe Importware den Platz für regionale Ware in den Supermärkten besetzt. Aber auch der Ukraine-Krieg sei mitverantwortlich für das Zögern der Kunden beim Kauf von Spargel, sagt Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins unter Berufung auf Kollegen-Berichte.