Der Warrior hat seinen letzten Kampf verloren. Ex-Basketball-Nationalspieler Ademola Okulaja ist am Montag nach langer Krankheit im Alter von 46 Jahren gestorben. Das gab der Deutsche Basketball Bund (DBB) am Dienstagabend bekannt. Der deutsche Basketball reagierte geschockt auf die Nachricht.

„Die Alba-Familie hat heute einen langjährigen Wegbegleiter verloren“

„Wir sind tieftraurig über Ademolas Tod. Er war ein Albatros der ersten Stunde und einer der ersten, der aus unserem Nachwuchsprogramm eine große Basketball-Karriere gestartet hat“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. „Die Alba-Familie hat heute einen Freund und langjährigen Wegbegleiter verloren.“

„Wir sind erschüttert und können Ademolas Tod einfach nicht fassen. In Gedanken sind wir jetzt bei seiner Familie, der wir viel Kraft wünschen. Wir werden uns immer gerne an den kämpfenden und nie aufgebenden Ademola erinnern, der immer alles auf dem Feld gelassen hat. Möge er in Frieden ruhen“, sagte DBB-Präsident Ingo Weiss. „Viel zu früh... Mach's gut da oben!“, twitterte Brose Bamberg als Reaktion auf die schlimme Nachricht. Auch der FC Bayern trauerte: „Ruhe in Frieden, Warrior!“

Der Warrior (Krieger), wie er zu Spielzeiten genannt wurde, spielte unter anderem an der Seite von Superstar Dirk Nowitzki. 2002 holte er die WM-Bronzemedaille mit der Mannschaft um Nowitzki (43). Sein Traum von der NBA scheiterte nur knapp. Später stand er bei Alba Berlin und einigen Topklubs aus Spanien (Barcelona), Italien (Treviso) und Russland (Chimki) unter Vertrag.

Ademola Okulaja: 172 Länderspiele für Deutschland

Bereits in der Jugend spielte Okulaja unter anderem bei Alba Berlin, wechselte dann ans College nach North Carolina. Dort spielte er vier Jahre für die Tar Heels, bevor er zurück zu Alba wechselte. Okulaja absolvierte zwischen 1995 und 2007 insgesamt 172 A-Länderspiele für Deutschland und war jahrelang Mannschaftskapitän.

2008 wurde bei ihm ein Tumor im siebten Brustwirbel entdeckt. Über die Chemotherapie sagte er später dem Nachrichtenmagazin Stern: „Die zwei Wochen waren verdammt schwer für mich, der schwerste Kampf, den ich bisher erlebt habe.“ Der Tumor hatte seinen Wirbel gebrochen, so dass Okulaja einen Titan-Wirbel erhielt. 2009 hatte er den Krebs besiegt. Im Juli 2010 erklärte er seine Karriere als aktiver Basketball-Spieler für beendet.

Okulaja wurde als Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers in der ehemaligen Hauptstadt Lagos geboren und ging mit seiner Familie im Alter von drei Jahren nach Berlin. Der 2,06 Meter große Hüne war bis zuletzt als Berater und Event-Manager tätig. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei Söhne. (mit AFP)