Die deutsche Waffenschmiede Rheinmetall hat einen neuen Panzer vorgestellt, der die Kriegsführung auf den Schlachtfeldern grundlegend verändern könnte. Der KF51 Panther wurde jetzt auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris vorgestellt. Er soll der Nachfolger des Leopard werden, der bislang als stärkster Kampfpanzer der Welt galt. Neben allerlei technischen Neuerungen lässt vor allem eine Information des Rüstungsherstellers aufhorchen. So soll es den Panther perspektivisch auch mit unbemannten Türmen geben. Und sogar eine Version, die sich komplett aus der Ferne bedienen lässt, ist nach Angaben der Ingenieure in Planung.

Zudem könnte der Panther auch dem russischen Panzer Armata Konkurrenz machen: So ermöglicht der russische Panzer bisher nur ein Kaliber von 125 Millimetern, der Panther dagegen ein Kaliber von 130 Millimetern. Nach Angaben von Rheinmetall soll die Wirkungskraft um 50 Prozent erhöht werden. Zum Vergleich: Der Leopard stieß bereits bei 120 Millimetern an seine Grenzen. Zudem muss die Munition nicht mehr manuell geladen werden, das geschieht beim Panther automatisiert. „Dazu kommen weitere Bewaffnungsoptionen, um konzentrierte Feuerkraft für weitreichende Schläge und gegen Mehrfachziele zu bieten“, heißt es in einer Mitteilung des Rüstungskonzerns.

Und weiter: „Alle Waffensysteme sind über die vollständig digitalisierte NGVA-Architektur mit den Optiken des Kommandanten und des Richtschützen sowie dem Feuerleitrechner verbunden. Das ermöglicht sowohl eine Hunter-Killer- als auch eine Killer-Killer-Funktion und damit verzugslose Zielbekämpfung – perspektivisch auch unterstützt durch Künstliche Intelligenz (KI).“

Panzer Panther kann auch mit Drohnen bestückt werden

Zusätzlich soll der Panther mit einem Maschinengewehr und begleitenden Drohnen ausgerüstet werden. Die Drohnen sollen dann von der Besatzung des Panzers gesteuert werden können. Zudem verfügt der Panther nach Angaben von Rheinmetall über ein „abstandsaktives Schutzsystem“. Damit sollen anfliegende Geschosse, Drohnen oder sogar Lenkraketen vor einem möglichen Einschlag am Fahrzeug zerstört werden. Laut Hersteller ist das neue System ein „herausragendes Merkmal der Überlebensfähigkeit“.

Im normalen Einsatz ist der KF51 für drei Mann Besatzung ausgelegt: Kommandant, Richtschütze und Fahrer. Im Fahrgestell befindet sich allerdings noch ein zusätzlicher Platz, der nach Bedarf besetzt werden kann, etwa mit einem Waffen- oder Systemspezialisten. Rheinmetall teilte weiter mit: „Da die Steuerung des Turms und der Waffen auch von den Bedienerplätzen im Fahrgestell erfolgen kann, sind perspektivisch auch Varianten des KF51 Panther mit unbemannten Türmen oder komplett fernbedienbare Fahrzeuge geplant.“

Bei der Entwicklung habe man sich nicht nur „auf die Aktualisierung von Kampfpanzerkonzepten“ beschränkt. Vielmehr sei die Plattform „von Grund auf neu konzipiert“ worden. Der KF51 Panther sei damit „der erste Vertreter einer neuen Gefechtsfahrzeugfamilie“.