Berlin - Im laufenden Jahr wird es in Deutschland voraussichtlich einen neuen Höchststand bei den Verdachtsmeldungen auf Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Umsatzsteuerbetrug geben. „Wir werden in diesem Jahr deutlich über 200.000 Meldungen haben, das wird ein neuer Rekord“, sagte der Leiter der Financial Intelligence Unit (FIU) des Zolls, Christof Schulte, dem Tagesspiegel. Letztes Jahr seien bei 144.000 Verdachtsmeldungen, dem bisherigen Rekord, etwa 25.000 Meldungen gemäß des risikobasierten Ansatzes an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet worden.

Das werde sich prozentual gesehen in etwa so weiterentwickeln, sagte Schulte der Zeitung. „Das zeigt, die Arbeit der FIU wird immer wichtiger.“ Die Zahl der Verdachtsmeldungen habe sich seit 2010 fast verzwanzigfacht.

Im Prinzip fungieren die rund 600 Mitarbeiter der Zeitung zufolge wie eine Art Filter, damit die Strafverfolgungsbehörden von der zunehmenden Hinweisflut durch Banken und Notare nicht lahmgelegt werden. Nur Verdachtsfälle, die sich erhärten, würden weitergeleitet.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen FIU-Mitarbeiter

Die Behörde steht jedoch auch vor mehreren Herausforderungen: So ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen unbekannte Mitarbeiter der FIU, ob sie sich in mehreren Fällen wegen nicht weitergegebenen Hinweisen auf verdächtige Transaktionen strafbar gemacht haben könnten.

Zudem gebe es riesige Herausforderungen durch Geldwäsche über Kryptowährungen, sagte Schulte dem Tagesspiegel. Auch Methoden über Immobilienkäufe an Notaren vorbei oder internationale Geldwäsche-Netzwerke würden die Ermittler vor Schwierigkeiten stellen.