An Mittwoch – Tag 125 des Jahres 2022 – hat Deutschland den sogenannten „Earth Overshoot Day“ erreicht. Dies bedeutet, dass die ökologischen Ressourcen, die bei einer nachhaltigen Nutzung 2022 zur Verfügung stehen, erschöpft sind. Wie der Spiegel berichtete, wären ebenfalls an diesem Mittwoch weltweit alle ökologisch verkraftbaren Emissionen ausgestoßen – würden alle Staaten der Erde so haushalten wie Deutschland.

Berechnet wird der Termin der „Erdüberlastung“ von der Footprint Data Foundation, der York University und dem Global Footprint Network – sowohl für einzelne Länder als auch für den gesamten Planeten.

Globaler Überlastungstag noch nicht erreicht

Insgesamt haben 20 Staaten den Überlastungstag noch früher erreicht als Deutschland. Katar und Luxemburg erreichten den Erdüberlastungstag bereits Mitte Februar, im März hatten unter anderem die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, Australien, Finnland und Dänemark so viele Ressourcen verbraucht, wie der Planet innerhalb eines Jahres regenerieren kann.

Der deutsche Überlastungstag wurde damit erneut früher erreicht als der globale, der noch bevorsteht. Im vergangenen Jahr war dieser auf den 29. Juli gefallen. Der deutsche WWF-Naturschutz-Vorstand Christoph Heinrich forderte die Bundesregierung auf, bei der Umsetzung der Energiewende keine Zeit zu verlieren. Diese müsse aber auch Rücksicht auf Natur- und Landschaftsschutzbelange nehmen. In Reaktion auf die Rohstoffknappheit müsse Deutschland eine effiziente Kreislaufwirtschaft aufbauen.

An dem von Umweltschutzorganisationen ausgerufenen Welterschöpfungstag sind nach Berechnungen von Forschern sämtliche Ressourcen und Puffer aufgebraucht, welche die Erde auf natürlichem Wege ersetzen könnte. Vor 20 Jahren hatte der weltweite Erschöpfungstag noch im Oktober gelegen.