Anfang 2020 wurde eine Radfahrerin am Kottbusser Tor in Kreuzberg bei einem Unfall getötet.
Foto: Eric Richard

BerlinDie Zahl der Fahrradunfälle in der Hauptstadt ist in diesem Jahr bisher leicht zurückgegangen.  Im Zeitraum von Januar bis Juli 2020 kam es zu 4256 Unglücken. Im Jahr zuvor lag die Zahl im gleichen Zeitraum noch bei 4468. Das teilt die Senatsverwaltung für Inneres und Sport nach einer parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Marcel Luthe mit.

Bei den Fahrradunfällen, die in diesem Jahr passierten, blieben 29 Prozent der Radfahrer unverletzt, 62 Prozent zogen sich leichte Verletzungen zu und neun Prozent wurden schwer verletzt. 2020 starben bereits zwölf Menschen. Ein deutlicher Anstieg: Im gesamten Jahr 2019 kamen nur sechs Radfahrer auf den Berliner Straßen ums Leben.

Sowohl 2019 als auch 2020 belegt der Bezirk Mitte in der Statistik den traurigen Spitzenplatz. 16 Prozent aller Radunfälle sind hier passiert. Im letzten Jahr lag die Zahl bei 20 Prozent. Auf Platz zwei folgt Friedrichshain-Kreuzberg, wo bisher 14 Prozent aller Unfälle geschahen. 14 Prozent waren es auch im Jahr 2019. Auf dem dritten Platz der Unfallstatistik liegt Pankow. Die wenigsten Unfälle passierten 2019 und 2020 in Reinickendorf, Marzahn-Hellersdorf und Spandau. 

Die Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg haben grüne Bezirksbürgermeister, Stephan von Dassel und Monika Hermann. „Der Anstieg der Unfälle in den letzten Jahren als auch die Unfallschwerpunkte in den grün regierten Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg müssen uns im Interesse der Unfallopfer alarmieren“, sagte Marcel Luthe der Berliner Zeitung dazu. Die „auf Konfrontation angelegte Verkehrspolitik des Senats, die in diesen Bezirken besonders ausgelebt wird, ist ein Irrweg, der Menschenleben kostet“.