Berlin - Die Jüdische Traditionsschule Berlin ist in freier Trägerschaft und hat alle anderen Schulen in puncto Notendurchschnitt abgehängt. Mit 1,47 Abiturdurchschnitt steht sie zudem deutlich vor den staatlichen Schulen (bester Durchschnitt dieses Jahr: 1,66). Am Montag erklärte Jana Erdmann von der Stiftung Jüdischer Campus das Erfolgsrezept. 

Man habe trotz Schulschließungen und Pandemielage praktisch keine Stundenausfälle gehabt, der Unterricht sei mit seinem Wechsel aus Präsenz- und Onlineunterricht dem Berliner Lehrplan für die gymnasiale Oberstufe gefolgt. Zudem wurde er durch Fächer wie Hebräisch und jüdische Religion inhaltlich erweitert.

„Das Erfolgsmodell der Jüdischen Traditionsschule begründet sich in qualitativ hochwertiger Wissensvermittlung und vor allem im individualisierten Lernen“, so Erdmann. Lerninhalte werden laut Erdmann „je nach Kompetenzlage der Schüler und in enger Abstimmung zwischen Lehrkräften, Schülern und Eltern behandelt“.

Individualisiertes Lernen je nach Kompetenzlage der Schüler 

Insgesamt konnten die Schüler ihr Abitur „trotz einem Ausnahmejahr mit nie dagewesenen Lockdownphasen herausragend absolvieren und zeigen, dass individuelle Förderung und Lehrerengagement sich mehr als positiv auf das Lernen auswirkt“.

Die Jüdische Traditionsschule startete 2005 mit dem Grundschulbereich und bietet seitdem eine integrierte und fortbestehende Bildungskette bis hin zum Abitur. Im kommenden Jahr zieht die Schule gemeinsam mit dem jüdischen Kindergarten Gan Israel auf Wunsch des Trägers in den 8000 Quadratmeter großen Jüdischen Campus. Der Campus wird „als erster jüdischer Campus deutschlandweit ab Sommer 2022 die Bildungslandschaft erweitern“, so Jana Erdmann. 

Yehuda Teichtal, Gemeinde-Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu Berlin, gründete die jüdische Traditionsschule vor 15 Jahren. Er ist Vorsitzender des Trägers der Schule „Chabad Lubawitsch Berlin e.V.“. Heute ist Teichtal stolz und froh, dass die Schule den besten Abi-Durchschnitt Berlins vorweisen kann: „Ich freue mich vor allem darüber, dass wir mit unserem Konzept einer individualisierten Herangehensweise an das Lernen Erfolg hatten. Auch bin ich sehr glücklich, dass auf diese Weise positive Nachrichten über jüdisches Leben in Berlin entstehen.“