Dienst nach Vorschrift: Was bedeutet der Trend „Quiet Quitting“ für Kollegen?

Wer auf der Arbeit nur noch das Nötigste macht, beeinflusst damit auch seine Teammitglieder. So stehen Deutsche laut einer Umfrage zu dem Internet-Hype.

Eine Frau jongliert mit Äpfeln auf der Arbeit.
Eine Frau jongliert mit Äpfeln auf der Arbeit.imago/Westend61

Nur das machen, wofür man bezahlt wird, und kein bisschen mehr: Für dieses Verhalten am Arbeitsplatz wurde 2022 der Begriff Quiet Quitting geprägt. Im Netz fand der Aufruf zur stillen Kündigung viel Anklang.

Wie aber reagieren Kolleginnen und Kollegen, wenn ein Teammitglied nur das Nötigste macht und damit „still kündigt“? Die Hälfte (50 Prozent) würde die Kollegin oder den Kollegen darauf ansprechen und versuchen, gemeinsam zu einer fairen Lösung zu kommen. Das zeigt eine Umfrage, die Yougov im Auftrag der Jobplattform Monster durchgeführt hat.

Knapp ein Drittel (29 Prozent) der 1000 befragten Erwerbstätigen räumte ein, in einem solchen Fall genervt und gestresst zu sein. Beim Vorgesetzten würde sich laut Umfrage aber nur etwa jeder Zehnte beschweren (11 Prozent).

Wenig Anerkennung für Quiet Quitting

Eher noch (18 Prozent) versuchen Beschäftigte, die Situation zu ihrem Vorteil zu nutzen, indem sie bei der nächsten Gehaltsverhandlung nach mehr Geld fragen, weil sie das Gefühl haben, mehr zu leisten als andere. 16 Prozent sind die Quiet Quitter ohnehin gleichgültig. Sie vertreten die Ansicht, jeder sei für seine Arbeitsmoral selbst verantwortlich.

Grenzen setzen, um frühzeitiger Erschöpfung oder gar Burnout vorzubeugen – klingt doch eigentlich sinnvoll, oder? Bewunderung für die Haltung des Teammitglieds, das Dienst nach Vorschrift macht, können allerdings nur 7 Prozent der Befragten aufbringen.

An der Online-Umfrage haben im November 2022 gut 1000 Erwerbstätige teilgenommen. Mehrfachantworten waren möglich.