Braunschweig - Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal um Volkswagen hat die zuständige Staatsanwaltschaft in Niedersachsen ein Bußgeld von zehn Millionen Euro gegen den Zulieferer IAV verhängt. Das Berliner Unternehmen teilte mit, es akzeptiere den Bescheid und bekenne sich damit erneut „zu seiner Rolle in der Dieselthematik“. Die Ermittler hatten zuvor bekannt gegeben, dass IAV-Ingenieure an der Entstehung, Nutzung und Weiterentwicklung der unzulässigen Abschalteinrichtung mitgewirkt hätten.

Der Staatsanwaltschaft zufolge halfen die Entwickler dadurch den Verantwortlichen bei VW bei Straftaten. Die Geschäftsführung hätte dies durch „geeignete Organisation und Aufsicht“ verhindern müssen, hieß es. Das Bußgeld besteht aus zwei Millionen Euro für den eigentlichen Verstoß, acht Millionen Euro gelten als sogenannte Abschöpfung des erzielten wirtschaftlichen Vorteils. Die Entscheidung ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits rechtskräftig, das Geld soll in den niedersächsischen Haushalt fließen.

Im September 2015 hatte VW nach Prüfungen von Behörden in den USA Manipulationen bei den Abgaswerten seiner Autos zugegeben. Gegen andere Autobauer wurden ähnliche Vorwürfe laut. Der Skandal kostete den Konzern aus Niedersachsen juristisch bis heute mehr als 30 Milliarden Euro. Fünf ehemalige VW-Führungskräfte, darunter Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn, sind wegen mutmaßlichen Betrugs angeklagt. Der Prozessbeginn ist für Ende Februar angesetzt.