Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges hat der Waffenhersteller Heckler & Koch Mitarbeiter mit russischen Wurzeln an seinem Stammwerk versetzt. Es geht um eine einstellige Zahl von Beschäftigten, die in Oberndorf im Schwarzwald im „Beschuss“ arbeiten, wo also Waffen am Schießstand geprüft werden. Die Betroffenen haben eine familiäre Migrationsgeschichte, die auf Russland oder andere Nachfolgestaaten der Sowjetunion verweist. H&K begründete den Schritt mit der „Pflicht zur Fürsorge für unsere Mitarbeiter“. Daher habe man entschieden, „Mitarbeiter aus dem sicherheitssensiblen Bereich des Beschusses für eine Zeit lang in andere Bereiche der Produktion einzugliedern“.

Einem Bericht des Schwarzwälder Boten zufolge reagierten betroffene Mitarbeiter mit großem Unverständnis und waren tief enttäuscht. Die IG Metall nahm sich der Sache an und wollte sich am Mittwochnachmittag äußern. H&K teilte mit, jeder der insgesamt 950 Beschäftigten an dem Firmensitz verbinde mit dem Krieg auch Sorgen, Ängste und Nöte. „In Anbetracht der bedrohlichen Lage warnen die Sicherheitsdienste in Deutschland vor verstärkter äußerer Einflussnahme auf Mitarbeiter der Verteidigungsindustrie.“

Was genau befürchtet und was genau mit der Maßnahme verhindert werden könnte, blieb in der Mitteilung der Firma unklar. „Mit dieser Maßnahme verfolgt Heckler & Koch das Ziel, unsere Mitarbeiter und ihre Familienangehörigen zu schützen“, hieß es. Die Beschäftigten seien Ende voriger Woche informiert worden. „Bei den temporär umgesetzten Mitarbeitern handelt es sich um hochgeschätzte Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher nationaler Herkunft beziehungsweise Wurzeln, die seit vielen Jahren sehr integriert im Unternehmen sehr gute Arbeit leisten.“ „Den Vorwurf der Diskriminierung weisen wir auf das Schärfste von uns“, hieß es in der Mitteilung. Kolleginnen und Kollegen aus mehr als 30 Nationen arbeiteten für H&K.