BerlinMitten in der Corona-Pandemie gibt es internen Ärger im Gesundheitsamt Treptow-Köpenick. Die Stelle des Amtsarztes ist derzeit unbesetzt. Beworben hatte sich der stellvertretende Amtsarzt Denis Hedeler. Er bekam die Stelle nicht, sie ist weiter ausgeschrieben. Zuletzt hatte die Berliner Morgenpost über den Fall berichtet.

Hedeler ist gebürtiger Kubaner, ging nach dem Medizinstudium nach Deutschland und stieg im Gesundheitsamt Treptow-Köpenick auf. Zurzeit macht er seinen Facharzt. Der Mediziner ist schwarz und homosexuell. Sein Vorwurf: AfD-Stadtrat Bernd Geschanowski hätte ihn auch deswegen im Bewerberverfahren benachteiligt. Schon länger gebe es Meinungsverschiedenheiten mit dem AfD-Mann, so der Arzt.

Hedeler sagte der Morgenpost, dass er sich von Geschanowski gemobbt fühle. Der Mediziner hat sich einen Anwalt genommen. Sein Fall ist inzwischen Thema im Bezirksparlament  von Treptow-Köpenick. Linke und SPD verteidigen den Arzt, sprechen von einem „möglicherweise ungeheuerlichen Vorgang“.

Geschanowski weist die Anschuldigungen zurück. Die Zeitung zitiert den Stadtrat aus der BVV-Sitzung: „Die erhobenen Vorwürfe sind pauschal und wurden nicht durch Beweisgründe belegt. Der Gesundheitsstadtrat von Treptow-Köpenick richtet sein Handeln stets nach dem Grundgesetz aus. Anzeichen für eine Benachteiligung bei einem internen Bewerberverfahren sind hier nicht bekannt.“