Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat Auswirkungen auf die internationale Zusammenarbeit im Weltall. Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos hat nach übereinstimmenden Medienberichten bei Telegram geschrieben: „Wer wird ohne uns die ISS vor einem möglicherweise unkontrollierten Absteigen aus der Umlaufbahn und einem Absturz auf amerikanisches oder europäisches Territorium bewahren?“ Zuvor hatte Rogosin auf die Tatsache verwiesen, dass es sich bei den Motoren der Internationalen Raumstation (ISS) um russische handelt. Hintergrund sind die wirtschaftliche Sanktionen der westlichen Staaten gegen Russland als Folge des Ukraine-Krieges.

Zunächst war die Kooperation zwischen den Raumfahrtbehörden mit Blick auf die seit 22 Jahren bewohnten ISS weitestgehend unberührt geblieben. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa und Roskosmos hatten ihre Absicht bekräftigt, weiterhin zusammenarbeiten zu wollen. Auch die japanischen, europäischen und die kanadischen Agenturen hatten sich dahingehend positiv geäußert. Doch die Sicherheit der Übereinkunft über gemeinsame Verpflichtungen wackelt nun.

Russland hat in der vergangenen Woche die Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für beendet erklärt und damit auf die Aufkündigung der Kooperation von deutscher Seite reagiert. Die Entscheidung des DLR habe den langfristigen Beziehungen „einen irreparablen Schaden“ zugefügt. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung Rogosins hervor.

Das DLR hatte am Mittwochabend mitgeteilt, wegen des Angriffs auf die Ukraine laufende Kooperationen mit Russland zu beenden. Auf Nachfrage hatte ein DLR-Sprecher allerdings noch gesagt, die Internationale Raumstation ISS sei davon nicht betroffen. Hier seien die Europäische Raumfahrtagentur Esa und die US-Raumfahrtbehörde Nasa zuständig. (mit dpa)