Berlin - CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt fordert über die in der schwarz-roten Koalition vereinbarten Entlastungen hinausgehende Schritte für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Notwendig sei dazu etwa eine volle Absetzbarkeit von Kosten der Kinderbetreuung im Steuerrecht in Höhe von 6000 Euro pro Kind, sagte Dobrindt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir haben die steuerliche Entlastung der Alleinerziehenden durchgesetzt. Jetzt geht es darum, dass auch die Betreuungskosten stärker absetzbar werden.“

Dobrindt wiederholte den Vorstoß für eine sogenannte Flexi-Woche, mit der künftig flexible Arbeitsmodelle gefördert werden sollten. „Wir müssen Regeln schaffen, damit die Menschen nicht mehr in diesem Acht-Stunden-Korsett arbeiten müssen.“ Es müsse eine bessere Verbindung von Arbeit, Beruf und Betreuung möglich gemacht werden. „Wir haben mit der Verdoppelung des Steuerfreibetrags für Alleinerziehende einen erheblichen Sprung gemacht. Jetzt müssen diese weiteren Punkte dazukommen“, sagte Dobrindt.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Dobrindt hatten sich Anfang Dezember auf mehr Unterstützung für die knapp eine Million Alleinerziehenden in Deutschland geeinigt. Die Koalition hatte zuvor im Juni in ihrem Konjunkturpaket Hilfen für Alleinerziehende beschlossen. Der steuerliche Entlastungsbetrag wurde befristet auf die Jahre 2020 und 2021 von derzeit 1908 Euro auf 4000 Euro mehr als verdoppelt. Diese Maßnahme soll nun dauerhaft gelten. Im Juni hieß es, ein alleinerziehendes Elternteil mit zwei Kindern und einem jährlichen Bruttoeinkommen von 40.000 Euro habe dadurch über 600 Euro im Jahr mehr zur Verfügung.