Domain „.dd“: Die geheime Internetadresse der DDR

Die Endung „.dd“ sollte als Pendant zum westdeutschen „.de“ funktionieren.

Ein Computerkurs für Frauen beim Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD) in Magdeburg.
Ein Computerkurs für Frauen beim Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD) in Magdeburg.imago/Stana

www.berlin.dd - so hätte vermutlich die offizielle Website für Ost-Berlin gelautet, wenn die Mauer nicht gefallen wäre. Die Endung .dd sollte die offizielle Internetadresse der DDR und das Pendant zum westdeutschen .de werden. Sie wurde aber nie im Domain Name System eingetragen. Bereits in den 80er Jahren wurden Ländern eigene Kürzel zugeteilt. Die sogenannten Top-Level-Domains wurde damals von der Internationalen Organisation für Standardisierung (ISO) mit Sitz in den USA vergeben.

Damals wie heute wurden und werden werden neue Top-Level-Domains durch das US-Handelsministerium autorisiert. Während des Kalten Krieges ein heikles Thema. Wie das Fachmagazin heise.de berichtet, gab es seinerzeit zwar Bestrebungen von Wissenschaftlern, der DDR ohne den Einbezug von staatlichen Behörden ihre vorgesehene Internetadresse bewilligen zu lassen. Dazu kam es aber nicht mehr.

Mit der Wiedervereinigung wurde das Kürzel der DDR aus der ISO-Liste gelöscht. Genutzt wurde die Endung .dd zuvor aber doch: Die Universitäten Jena und Dresden verwendeten das .dd in ihren internen Netzwerken.