Steuerbetrug: Trump-Konzern muss 1,6 Millionen Dollar Strafe zahlen

Luxusautos, Wohnungen, Privatschulen: Manager der Trump-Organisation haben jahrelang Steuern hinterzogen. Der Ex-Präsident sieht in dem Prozess eine „Hexenjagd“.

Donald Trump selbst erschien nicht zur Urteilsverkündung am Freitag.
Donald Trump selbst erschien nicht zur Urteilsverkündung am Freitag.AP/Ross D. Franklin

Der Familienkonzern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ist wegen Steuerbetrugs von einem New Yorker Gericht zu rund 1,6 Millionen Dollar Strafe verurteilt worden. Dies berichteten verschiedene US-Medien am Freitagnachmittag, kurz nach Prozessende, übereinstimmend. Es handelt sich um die höchste Geldstrafe, die nach dem Gesetz im US-Bundesstaat New York für solche Vergehen möglich ist. 

Bereits vor einigen Wochen war eine Gruppe von Top-Managern des Trump-Konzerns wegen insgesamt 17 Steuerdelikten – unter anderem Verschwörung und Fälschung von Firmenunterlagen – vor Gericht schuldig gesprochen worden. Durch ein „weitreichendes und schamloses“ Betrugssystem im Unternehmen des Ex-Präsidenten hätten die Angeklagten Vorteile wie Luxusautos und mietfreie Wohnungen jahrelang bewusst vor dem Fiskus verheimlicht, wie Staatsanwalt Joshua Steinglass am Freitag erklärte.

Trump: Steuerprozess ist „politische Hexenjagd“

Der langjährige Finanzchef des Konzerns, Allen Weisselberg, war schon am Dienstag zu fünf Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte sich im Sommer vergangenen Jahres schuldig bekannt, rund 1,7 Millionen Dollar an Steuern hinterzogen zu haben. Der 75-Jährige gehörte viele Jahre zu den engsten Vertrauten des ehemaligen Präsidenten und war laut dessen Anwälten „wie ein Familienmitglied“.

Trump selbst war in dem Prozess nicht angeklagt und erschien auch nicht zur Urteilsverkündung. Zuvor hatte er das gesamte Verfahren gegen sein Unternehmen als „politische Hexenjagd“ verurteilt.

Den Klägern geht die vom Gericht verhängte Geldstrafe indes nicht weit genug. „Unsere Gesetze in diesem Staat müssen sich ändern, um diese Art systematischen und ungeheuerlichen Betrugs über mehr als ein Jahrzehnt hinweg besser zu erfassen“, sagte der Manhattaner Staatsanwalt Alvin Bragg dem Nachrichtensender NPR.

In finanzieller Hinsicht dürfte das Urteil den milliardenschweren Immobilienkonzern tatsächlich mehr oder weniger kalt lassen. In der Summe könnten die zuletzt entstandenen Skandale – von der erzwungenen Veröffentlichung privater Steuerunterlagen, über die FBI-Razzia in Trumps 10.000-Quadratmeter-Anwesen Mar-a-Lago bis zum jüngsten Gerichtsverfahren gegen sein Unternehmen – dem 76-Jährigen jedoch durchaus politisch gefährlich werden. 2024 will der ehemalige Reality-TV-Star erneut bei den Präsidentschaftswahlen antreten.

Trumps Anwälte haben bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen.