US-Präsident Donald Trump sorgt erneut für Diskussionen im Zusammenhang mit dem Tod von George Floyd.
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Washington D.C.US-Präsident Donald Trump sorgt mit einer neuen Aussage im Zusammenhang mit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd für erneute Diskussionen. Floyds Tod sei „schrecklich“ gewesen, aber es würden in den USA „mehr Weiße“ von der Polizei getötet als Schwarze, sagte Trump am Dienstag in einem Interview mit dem Nachrichtensender CBS. Die Frage der CBS-Reporterin Catherine Herridge, weshalb Afroamerikaner in den USA immer noch von Polizisten getötet würden, beantwortete Trump mit den Worten: „Was für eine schreckliche Frage.“

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP gibt es in den USA keine landesweite amtliche Statistik zu Tötungen durch die Polizei. In absoluten Zahlen stellen Weiße demnach allerdings tatsächlich die größte Opfergruppe, wie eine Auswertung der Washington Post zeige. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer der Polizei zu werden, sei für Schwarze allerdings deutlich größer.

Seit 2015 haben Polizisten in den USA laut Washington Post etwa 5400 Menschen erschossen, die in den meisten Fällen bewaffnet waren. Davon hatten 45 Prozent weiße Hautfarbe. Nicht-hispanische Weiße stellen insgesamt rund 60 Prozent der US-Bevölkerung. Zählt man hispanische Weiße dazu, kommt diese Bevölkerungsgruppe auf einen Anteil von rund 73 Prozent. 23 Prozent der von der Polizei Getöteten waren Schwarze, die aber nur 13 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Die Reporterin wollte in dem am Dienstag ausgestrahlten Interview zudem wissen, ob der US-Präsident verstehen könne, dass die umstrittene Südstaaten-Flagge für viele Menschen ein „schmerzhaftes Symbol“ sei, weil es sie an „die Sklaverei erinnere“. Die Flagge symbolisiert für Trump nach seinen Worten jedoch die in den USA hoch angesehene „freedom of speech“, also das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Der US-Präsident sagte wörtlich: „Ich denke, dass ist freedom of spech, egal, ob es um diese Flagge oder Black Lives Matter oder alles andere geht, über das man reden möchte.“