Karlsruhe - Sie gilt als eine der besten Doppelgängerinnen von Sängerin Tina Turner. Das schützt sie aber nicht davor, dass ihr Fall nun vor dem Bundesgerichtshof landet. Denn Dorothea „Coco“ Fletcher verkörpert die 81-Jährige bei der Show „Simply The Best – Die Tina Turner Story“ und ist auf Werbeplakaten zu sehen. Doch die Original-Turner hat nichts mit der Produktion zu tun und geht gegen die Verwendung ihres Namens und ihres „Bildnisses“, wie es heißt, vor. 

Sie hat den bayerischen Tourveranstalter auf Unterlassung verklagt und vor dem Landgericht Köln recht bekommen. Tina Turner gefällt es nicht, dass auf dem Plakat eine Frau zu sehen ist, die ihr zu ähnlich sähe. Das Urteil kassierte das Oberlandesgericht Köln. So geht der Fall am Donnerstag um 9 Uhr in Karlsruhe in die nächste Runde. Ob es schon ein Urteil gibt, ist offen.

Turner ist den Angaben nach der Auffassung, dass der Betrachter der Plakate aufgrund der Ähnlichkeit zwischen Fletcher und ihr davon ausgehe, dass sie selbst auf den Plakaten abgebildet sei. Tourneeveranstalter Oliver Forster von Cofo Entertainment aus Passau hatte in Köln hingegen argumentiert, dass sich bei mehr als 100 Darbietungen der Show in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch nie ein Zuschauer anschließend darüber beschwert habe, dass er nicht die echte Tina Turner zu Gesicht bekommen habe.

Letztlich geht es um die Rechtsfrage, ob in einem solchen Fall die Kunstfreiheit oder das Recht am eigenen Bild und am eigenen Namen schwerer wiegen. Weil diese ungeklärt sei, hatte das Oberlandesgericht die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.