Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase stirbt mit 91 Jahren in Berlin

Der Ostberliner feierte in DDR und nach Wende große Erfolge. 

Wolfgang Kohlhaase bei der Lola-Verleihung 2011. Jetzt ist der Autor im Alter von 91 Jahren gestorben.
Wolfgang Kohlhaase bei der Lola-Verleihung 2011. Jetzt ist der Autor im Alter von 91 Jahren gestorben.dpa

Der Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller Wolfgang Kohlhaase ist tot. Er starb am Mittwoch in Berlin im Alter von 91 Jahren, wie die Akademie der Künste mitteilte. Kohlhaase hatte unter anderem die Drehbücher für die Filme „Berlin - Ecke Schönhauser“ von 1957 und „Sommer vorm Balkon“ 2005 geschrieben.

Der am 13. März 1931 geborene Ostberliner wurde in der DDR mit Drehbüchern bekannt, die von den Problemen junger Menschen in der geteilten Stadt handelten. Dazu gehörten etwa „Ich war neunzehn“ aus dem Jahr 1968. Für diesen Film arbeitete Kohlhaase mit dem Regisseur Konrad Wolf zusammen.

Kohlhaase auch im wiedervereinigten Deutschland erfolgreich

Mit ihm und auch mit Gerhard Klein verwirklichte er einige Filme in der DDR. „Solo Sunny“ gewann 1981 den Goldenen Bären. Einer der Filme, „Berlin um die Ecke“ von 1965, wurde jedoch in der DDR verboten und kam erst nach der Wende in die Kinos.

Auch im wiedervereinigten Deutschland war Kohlhaase erfolgreich. Mit Regisseur Volker Schlöndorff arbeitete er an dem Drehbuch zum Film „Die Stille nach dem Schuss“, der im Jahr 2000 herauskam und die RAF zum Thema hat. Zusammen mit Eugen Ruge schrieb er das Buch für den Film „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (2017). 2015 kam „Als wir träumten“ heraus.

Kohlhaase schrieb außerdem Hörspiele und Erzählungen. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Deutschen Filmpreis und dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Seit 1972 war er Mitglied der Akademie der Künste. Er hinterlässt seine Frau Emöke Pöstényi, eine Tänzerin und Choreografin.