Cortina d’Ampezzo - Bei der Alpinen Ski-WM im italienischen Cortina d’Ampezzo hat am Sonntag ein spektakuläres Manöver eines Skifahrers für viel Furore gesorgt. Der Franzose Maxence Muzaton konnte sich nach einem Abwurf mit einer akrobatischen Drehung auf den Beinen halten und so eine schwere Verletzung verhindern. Für einige Experten war es die spektakulärste Aktion bisher bei der Weltmeisterschaft.

Die Skifahrer rasen bei den Abfahrten mit extrem hohen Geschwindigkeiten die Schneehügel runter, wobei es immer wieder zu bösen Stürzen kommen kann. Muzaton war im oberen Teil der Strecke an einer Bodenwelle ausgehoben und anschließend durch die Luft geschleudert worden. Der 30-Jährige soll zu dem Zeitpunkt etwa 120 Kilometer pro Stunde schnell gewesen sein. Er habe einen Schlag von der Piste auf den rechten Ski bekommen. Nachdem er kurz die Kontrolle über die Ski verloren hatte, nahm er die Energie des Schlages auf und verwandelte sie in eine saubere Pirouette. Kurz darauf stand der Franzose mit dem Rücken zum Hang wieder auf den Skiern. Die Szene ließ vielen Zuschauern den Atem stocken. 

„In dieser Szene so eine 180-Grad-Drehung zu machen ist sensationell. Er könnte auch im Freestyle mitfahren“, erklärte der ehemalige Skirennläufer Felix Neureuther bei der ARD. Diese spektakulären Fernsehbilder würden um die Welt gehen, meinte Neureuther. Muzaton konnte zwar einen Sturz verhindern, musste sich aber anschließend das Knie halten. Er habe den Wettkampf vorerst abbrechen müssen. 

Bei dem Rennen gab es zudem noch eine positive Überraschung aus Sicht der deutschen Athleten. Andreas Sander holte Silber. Gold holte wie bereits vor zwei Tagen im Super G der Österreicher Vincent Kriechmayr, Bronze ging an Beat Feuz aus der Schweiz. Sander hatte vor mittlerweile 13 Jahren bei den Junioren-Weltmeisterschaften Gold im Super-G gewonnen, im Weltcup allerdings nie das Podest erreicht.

Für den Deutschen Skiverband ist es bereits die dritte überraschende Silbermedaille bei dieser WM. Zuvor hatten Romed Baumann (Super-G) und Kira Weidle (Abfahrt) Gold ebenfalls nur knapp verfehlt.