Palma - Erstmals hat die Balearen-Regierung eine Obergrenze für Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma de Mallorca festgelegt. Wie die Mallorca-Zeitung berichtete, sollen ab 2022 nur drei Kreuzfahrtschiffe pro Tag anlegen dürfen. Die Regierung einigte sich darauf mit der internationalen Vereinigung der Kreuzfahrtreedereien CLIA sowie Vertretern der großen Reedereien. Darüber hinaus darf nur eines der Schiffe eine Kapazität von über 5000 Passagieren haben.

Die Kreuzschifffahrt ist auch auf Mallorca umstritten. Die Befürworter heben den wirtschaftlichen Nutzen vor allem für den Einzelhandel hervor, die Gegner beklagen die Urlaubermassen in der Innenstadt sowie die Luftverschmutzung im Hafen.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma: Obergrenze soll fünf Jahre gelten

Laut Vereinbarung erwartet Mallorca im nächsten Jahr 460 Anläufe von größeren Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 500 Passagieren. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 waren es noch 538 Anläufe und somit 14,5 Prozent mehr. Nach offiziellen Zahlen kamen im Jahr 2019 an 55 Tagen mehr als 10.000 Kreuzfahrturlauber im Hafen von Palma an, an einem Tag waren es sogar mehr als 15.000 Urlauber. Im Jahr 2021 gab es 20 Tage mit vier Schiffen gleichzeitig im Hafen. Dies soll nun nicht mehr möglich sein. 

Die Vereinbarung soll zunächst für fünf Jahre gelten. Da für das Jahr 2022 bereits zahlreiche Anläufe geplant waren, wurden für 2022 nun 20 Tage festgelegt, an denen maximal vier Kreuzfahrtschiffe pro Tag in Palma anlegen dürfen. Ab 2023 soll es allerdings keine Ausnahmen mehr geben. 

Zudem soll die Bedingung gelten, dass nicht mehr als 8500 Kreuzfahrttouristen an einem Tag im Hafen von Palma ankommen dürfen. Dabei gilt ein wöchentlicher Durchschnitt. Nach Angaben der Regierung ist Palma das erste Kreuzfahrt-Reiseziel, das eine solche Obergrenze festlegt.