Dresden - Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Samstag in Dresden ein Demonstrationsverbot für „Querdenker“ durchgesetzt. Überall auf Plätzen und Straßen in der Innenstadt waren Beamte präsent, Straßen rund um den Landtag waren gesperrt. Für den Fall der Fälle standen Wasserwerfer bereit. Nach Angaben der Polizei blieb die Lage bis zum späten Nachmittag entspannt. Bei unbeständigem Wetter mit mehreren Regengüssen waren ohnehin nur wenige Leute unterwegs. Einer Gruppe von acht Leuten wurden unterhalb des Japanischen Palais Platzverweise erteilt, sie hatten die Corona-Auflagen nicht eingehalten. Später betraf das auch eine Gruppe von 22 Radfahrern, die den Kritikern von Corona-Maßnahmen zugerechnet wurden.

Mehr als 1000 Beamte aus Sachsen und Brandenburg im Einsatz

Die Stadt untersagte die Kundgebungen am Samstag wie schon in der Vergangenheit mit Verweis auf die Infektionsgefahr und bisherige Auftritte der „Querdenker“. Dabei hatte die übergroße Mehrheit der Teilnehmer Hygieneregeln demonstrativ missachtet. Das Dresdner Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht Bautzen bestätigten das neuerliche Versammlungsverbot. Unabhängig davon hatte sich die Polizei auf einen Einsatz vorbereitet. Im März waren trotz eines Verbotes hunderte „Querdenker“ durch die Innenstadt gezogen. Es kam zu Ausschreitungen, bei denen auch zwölf Beamte verletzt wurden.

Wie die Dresdner Polizeidirektion am Samstagnachmittag mitteilte, waren mehr als 1000 Beamte aus Sachsen und Brandenburg sowie von der Bundespolizei und der sächsischen Bereitschaftspolizei im Einsatz. „In den kommenden Stunden werden Polizeibeamte weiterhin im Stadtgebiet präsent sein und auf die Einhaltung der Corona-Regeln achten“, hieß es.

200 Menschen demonstrierten gegen Corona-Maßnahmen in Schwerin

In weiteren deutschen Städten kam es zu Demonstrationen der „Querdenker“-Bewegung. In Nürnberg fanden sich nach Angaben der Polizei 600 bis 700 Demonstranten zur Kundgebung ein – wesentlich weniger als die angekündigten 3500 Teilnehmer. Zu einer Gegendemonstration seien etwa 300 Teilnehmer auf den Nürnberger Volksfestplatz gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Nachdem die Stadt Nürnberg die „Querdenken“-Versammlung verboten hatte, zogen die Organisatoren zunächst vor das Verwaltungsgericht im mittelfränkischen Ansbach. Dort wurde eine stationäre Demonstration ohne Protestzug auf dem Festplatz genehmigt, die Teilnehmerzahl wurde von den Richtern genehmigt.

In Schwerin haben am Samstag rund 200 Menschen bei mehreren Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Bei einer Gegendemonstration hätten sich rund 50 Menschen in der Innenstadt zusammengefunden, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Zu Zwischenfällen sei es zunächst nicht gekommen.