Düsseldorf - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, sieht gerade in der Corona-Zeit Suchtgefahren mitten in der Gesellschaft. In der Pandemie gebe es keine Entwarnung in Sachen Drogenkonsum, sagte die CSU-Politikerin der Düsseldorfer Rheinischen Post (Mittwoch), sei es bei den sogenannten harten Drogen als auch den legalen wie Alkohol und Tabak oder aber bei der Mediennutzung. „Sucht ist keine Randerscheinung, sie findet täglich statt.“ Es könne jeden treffen. 

Auch wenn Clubs und Partys zurzeit tabu seien: „Weniger Drogenkonsum gibt es leider nicht. Hinter der Drogenkriminalität stecken organisierte, mafiöse Strukturen. Die Drogen kommen jetzt nicht mehr per Flugzeug, sondern verstärkt über Schiffe ins Land, auch der Internet-Handel hat zugenommen.“

Das Thema Medienmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen habe in der Krise stark zugenommen, sagte Ludwig. „Es treibt Eltern und Lehrer um. Eltern fragen sich, ob sie mehr reglementieren müssen und die Mediennutzung ihrer Kinder zu hoch ist. Meine Rückmeldung aus Suchtberatungen ist sogar, dass Kinder und Jugendliche dort anrufen und sagen, sie hätten Probleme und sich im digitalen Universum irgendwie verloren“, sagte Ludwig.

Die Drogenbeauftragte sagte, sie könne Eltern nur ermuntern, technische Möglichkeiten zu nutzen und klare Regeln aufzustellen, „etwa Abendessen ohne digitale Geräte oder feste Zeiten für die Nutzung“. Und Eltern „sollten auch selbst ein Vorbild sein und nicht dauernd auf das Handy starren“. „Natürlich können Kindern digitalen Kontakt zu ihren Freunden halten. Aber ich lasse ja Kinder auch nicht ohne Schwimmkurse ins Wasser. Sie brauchen eine gewisse Anleitung, was ist gut und was ist zu viel.“