Düsseldorf - Weil sich ein Nachbar über laute Musik beschwert hat, soll ein 31-jähriger Düsseldorfer mehrfach versucht haben, ihn umzubringen. Dazu habe er im Keller des gemeinsamen Wohnhauses fünfmal Feuer gelegt, gestand der Angeklagte am Montag. Auf die Nachfrage des Richters, ob ihm denn klar gewesen sei, dass er damit auch alle anderen Hausbewohner gefährde, sagte der 31-Jährige aus Nordrhein-Westfalen, daran habe er nicht gedacht.

Der Rentner bestätigte als Zeuge, dass er den Angeklagten einmal gebeten habe, seine Musik leiser zu stellen. Außerdem habe er noch ein, zwei Mal geklopft, als sie wieder sehr laut gewesen sei. „Ich hab mich von dem Nachbarn bedroht gefühlt“, sagte der 31-Jährige. Er ist wegen versuchten Mordes und Brandstiftung angeklagt. Die Anklage „stimmt so“, gab er zu.

Mal habe er nachts Papier-Mülltonnen, mal anderen Abfall in Brand gesetzt. Mehrfach habe er Skrupel bekommen und die Feuerwehr angerufen, aber nicht immer. Gelegt wurden die Brände im Sommer 2020.

Verletzt wurde zwar niemand, aber eines der Feuer hatte erhebliche Folgen für die zwölf Mietparteien des Hauses. Strom- und Warmwasserzufuhr wurden beschädigt, die Bewohner mussten tagelang in ein Hotel. Der Angeklagte gilt als vermindert intelligent. Der Staatsanwalt hält ihn dennoch für voll schuldfähig. Ob er das wirklich ist, prüft derzeit ein psychiatrischer Gutachter.