Rom - Bei einem spektakulären Anti-Mafia-Einsatz haben Ermittler in mehreren Teilen Italiens Dutzende Verdächtige festgesetzt. Unter den Beschuldigten sind sowohl mutmaßliche Bosse der 'Ndrangheta aus Kalabrien als auch Unternehmer, Behördenleute und Politiker.

Wie die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos am Donnerstag weiter berichtete, kamen 13 Menschen ins Gefängnis, 35 wurden unter Hausarrest gestellt. In Rom bestritt ein Oppositionspolitiker aus dem Mitte-rechts-Spektrum nach einer Durchsuchung alle Vorwürfe. Er trat jedoch von seinem Parteiposten zurück, wie die Agentur Ansa schrieb.

Die aufgespürte Verbrechergruppe mit Zentrum in der süditalienischen Region Kalabrien sei „strukturell komplex und hochorganisiert“, erläuterten die Anti-Mafia-Ermittler von der Behörde DDA in der Regionalhauptstadt Catanzaro. Zentrale Verdächtige wurde in Crotone ausgemacht, wo die 'Ndrangheta zu Hause ist. Im Zusammenhang mit dem Vorwurf diverser Mafia-Delikte und -Unterstützung beschlagnahmten die Fahnder Immobilien, Autos und andere Vermögenswerte im hohen Millionenbereich.

Erst vor rund einer Woche, am 13. Januar, hatte in Kalabrien einer der größten Mafia-Prozesse der vergangenen Jahrzehnte begonnen. Für das Verfahren in der Stadt Lamezia Terme führte – ebenso wie beim jüngsten Schlag – der prominente Mafia-Jäger aus der Regionalhauptstadt Catanzaro, Nicola Gratteri, die Ermittlungen. Die 'Ndrangheta gilt als brutalste und mächtigste Mafia-Organisation in Italien.