Bei einem Angriff mutmaßlicher Dschihadisten auf ein Dorf im Norden Burkina Fasos sind nach Regierungsangaben mindestens 50 Menschen getötet worden. „Die Armee hat alle Häuser durchsucht und bis jetzt wurden 50 Leichen gefunden“, sagte Regierungssprecher Lionel Bilgo am Montag. Nach Angaben der Europäischen Union soll der Angriff „mehr als hundert zivile Opfer gefordert haben“.

Die Angreifer waren in der Nacht auf Sonntag in die Gemeinde Seytenga in der Provinz Seno eingedrungen. Nach Regierungsangaben handelte es sich um eine Vergeltungsaktion, nachdem Regierungssoldaten zuvor etwa 40 mutmaßliche Dschihadisten getötet hatten. Dies war wiederum eine Reaktion auf einen Angriff auf Seytenga am Donnerstag, bei dem elf Sicherheitskräfte getötet worden waren.

Tausende Menschen fliehen vor weiterer Gewalt

EU-Außenbeauftragter Josep Borrell verurteilte das „Vorgehen der terroristischen Gruppe“. Die „systematische Tötung jeder Person, der man im Dorf begegnet, ist entsetzlich“, erklärte er. Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind tausende Menschen vor der Gewalt geflohen. Erst vor wenigen Tagen wurden bei zwei Angriffen mutmaßlicher Dschihadisten im Norden von Burkina Faso mehr als hundert Menschen getötet.

In Burkina Faso gibt es wie in den Nachbarländern Mali und Niger seit Jahren regelmäßig dschihadistische Angriffe. In dem Konflikt wurden bereits mehrere tausend Soldaten und Zivilisten getötet sowie zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Auch die Machtübernahme des Militärs in Burkina Faso konnte die Sicherheitslage nicht beruhigen; in den vergangenen drei Monaten sind fast 300 Soldaten und Zivilisten bei Angriffen gestorben.