Der „Bruderkuss“ von Leonid Breschnew und Eric Honecker ist vielleicht das berühmteste Motiv der Berliner East Side Gallery. Fotografiert von Tausenden Touristen, in vielen Reiseführern abgebildet und international bekannt. Am Wochenende wurden Breschnew und Honecker aber mit einem gezeichneten Bild von Waldimir Putin und Gerhard Schröder überdeckt. Beide umarmen sich, klopfen sich lachend auf die Schulter. Als Vorlage diente hier ein bekanntes Foto.

Darunter der Schriftzug auf Russisch. Übersetzt stand da: „Inmitten dieser tödlichen/vergänglichen Liebe“. Inzwischen ist an der East Side Gallery wieder das Breschnew-Honecker-Bild zu sehen. Wer hinter der Kunstaktion steht, ist aber unklar.

„Bruderkuss“ geht auf ein Foto aus dem Jahr 1979 zurück

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) wird nach dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine für seine Nähe zu Putin und dem Staatskonzern Gazprom kritisiert. Manch ein SPD-Kreisverband fordert seinen Anschluss. Spitzenpolitiker wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach distanzieren sich.

Das „Bruderkuss“-Graffito stammt von dem Moskauer Maler Dmitry Vrubel. Das Bild geht auf ein Foto der Fotografin Barbara Klemm zurück. Sie fotografierte den Bruderkuss zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew im Jahr 1979 während der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Gründung der DDR in Ost-Berlin. Die beiden Politiker hatten sich damals aber nicht auf den Mund geküsst. Das Graffito Vrubels trägt den Titel „Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“.