Berlin - Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Dienstag erneut zu Warnstreiks im Einzelhandel in Berlin und Brandenburg aufgerufen. Das betrifft Tausende Verkäufer in Berlin und Brandenburg. „Seit Ende Juni verhandeln wir, und die Unternehmen kommen zwei Monate später mit einem Vorschlag um die Ecke, der Reallohnverzicht für alle Verkäufer:innen bedeutet und nach wie vor die Tarifeinheit der Beschäftigten spalten soll“, kritisierte Verdi-Verhandlungsführerin Conny Weißbach. Aufgerufen sind Beschäftigte der Handelsketten Rewe, Kaufland, Ikea, Galeria Karstadt Kaufhof, H&M sowie Thalia. Am Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus in Berlin ist am Vormittag eine zentrale Warnstreikkundgebung geplant. Nils Busch-Petersen, Chef des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, unterstützt den Ausstand. Er verspricht, dass die Kundinnen und Kunden vom Streik nichts merken werden. „Kein Supermarkt schließt wegen des Streiks am Dienstag“, so Busch-Petersen.

Beide Seiten waren zuletzt Ende Juli zu Verhandlungen zusammengekommen. Die Arbeitgeber hatten dabei angeboten, Löhne und Gehälter um zwei Prozent zu erhöhen. Bei Händlern, die in der Corona-Krise schließen mussten, sollte das aber erst acht Monate später als bei den übrigen gelten. „Wir müssen da differenzieren, denn es gibt Unternehmen, die extrem von der Pandemie getroffen wurden, wohingegen andere gut aus der Krise gekommen sind“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen damals.