Die ehemalige Bundesfamilienministerin und Altersforscherin Ursula Lehr ist tot. Die einstige CDU-Politikerin, die in ihrer Zeit im Kabinett (1988–1991) auch für Jugend, Frauen und Gesundheit zuständig war, sei „nach kurzer schwerer Krankheit“ im Alter von 91 Jahren gestorben, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag mit. Die Psychologin hatte einst auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) als Vorsitzende prominent vertreten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) würdigte Lehr als Frau, die mit ihrem politischen Wirken „ihrer Zeit voraus“ gewesen sei. Sie habe für die Rechte von Frauen gekämpft, habe früh die Probleme einer alternden Gesellschaft erkannt und sich für frühkindliche Betreuung eingesetzt. „Bis ins hohe Alter war Ursula Lehr politisch aktiv“, erklärte Lauterbach. Sie bleibe ein Vorbild.

Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte Lehrs Leistungen. „Sie engagierte sich zeitlebens als Anwältin der Seniorinnen und Senioren für ein würdiges und gesellschaftlich aktives Altern“, erklärte Wüst.