Der wegen Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen angeklagte 93 Jahre alte ehemalige SS-Wachmann wird in den Gerichtssaal gebracht. 
Foto: dpa/Axel Heimken

HamburgIm Hamburger Prozess gegen einen früheren SS-Wachmann des NS-Konzentrationslagers Stutthof hat die Verteidigung am Montag einen Freispruch gefordert. Der Angeklagte selbst entschuldigte sich danach vor dem Landgericht der Hansestadt für die Gräuel und Verbrechen in Stutthof. „Heute möchte ich mich bei denen, die durch diese Hölle des Wahnsinns gegangen sind, und deren Angehörigen, entschuldigen - so etwas darf niemals wiederholt werden“, sagte Bruno D. in seinem letzten Wort.

Er selbst habe dort jedoch nicht freiwillig gedient, ergänzte der 93-Jährige. „Ich möchte nochmals betonen, dass ich mich niemals freiwillig zur SS oder auch sonst einer Einheit gemeldet hätte, erst recht nicht in einem KZ.“ Er habe erst durch den Prozess von dem wahren Ausmaß der im Lager verübten „Grausamkeiten“ erfahren. Er hätte zudem „mit Sicherheit“ die Chance genutzt, sich dem Dienst wieder zu entziehen, sofern dieses möglich gewesen wäre.

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