Vegan ist überall. Oder doch nicht? Zu Beginn des Jahres haben sich viele Menschen der Aktion „Veganuary“ angeschlossen. Doch nicht alle Ereignisse zum Jahresbeginn, die Veganer mittel- oder unmittelbar betreffen, dürften deren Herzen höher schlagen lassen. Was ist passiert?

Vegane Musik

In England hat ein Instrumentenbauer die erste Geige ohne tierische Bestandteile entwickelt. Wie BR Klassik kürzlich berichtete, soll sich die Violine qualitativ und klanglich nicht von herkömmlichen Profiinstrumenten unterscheiden. Doch was ist an einer Geige üblicherweise tierisch? Beispielsweise der Klebstoff. Restaurator Padraig O’Dubhlaoidh nutzt nun einen auf pflanzlicher Basis, der sogar besser für das Holz der Geige sein soll. Und: Die Randeinlagen bestehen aus Beeren und Wasser, so BR Klassik unter Berufung auf den Fachmann für Geigen. Gegenüber dem Sender zeigt sich O’Dubhlaoidh hocherfreut: Er könne nun etwas für den „großartigen Planeten“ tun, „das gleichzeitig ethisch bewussten Musikern erlaubt, die Musik zu spielen, die sie lieben“, sagt O’Dubhlaoidh.

Irreführend? Oatly muss Werbung einstellen

Die nationale Werbeaufsicht Advertising Standards Authority (ASA) in Großbritannien hat ein Werbeverbot gegenüber dem Haferdrink-Hersteller Oatly ausgesprochen. Wie die ASA am vergangenen Mittwoch mitteilte, gingen 109 Beschwerden unter anderem zu folgender Behauptung in zwei Fernsehspots ein: „Klimaexperten sagen, dass der Verzicht auf Milchprodukte und Fleisch bei der Ernährung die mit Abstand wirkungsvollste Veränderung unseres Lebensstils ist, die wir vornehmen können, um unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren“. Bemängelt wurde, dass Verbraucher diesen Satz so verstehen könnten, dass es sich hierbei um „wissenschaftlichen Konsens“ handele. Fakt sei jedoch, so die Werbeaufsicht, dass ein Klimaforscher zitiert wurde.

Hersteller produziert „erstes veganes Ei“ ohne Huhn - und erntet Kritik

Das Schweizer Handelsunternehmen Migros hatte Ende Oktober eine pflanzenbasierte Ei-Alternative als „Weltneuheit“ und „Sensation“ angekündigt. Das Sojaprotein-Produkt sollte ein hartgekochtes Ei imitieren. Das „Eigelb“ wurde durch Karotin ersetzt. Laut Medienberichten kommt der Ei-Ersatz, der einem gekochten Hühner-Ei zumindest optisch ähnlich sieht, bei Kunden allerdings gar nicht gut an. Ein Konsument soll beispielsweise geschrieben haben: „Nice try, aber absolut ekelhaft.“ Das Unternehmen rät nun dazu, das „Ei“ mit Gewürz zu verzehren. Unterdessen hat jedoch auch der deutsche Produzent Veganz eine ähnliche Ei-Alternative auf den Markt gebracht. Geschmacklich soll es dem „echten“ Ei in nichts nachstehen, heißt es in einer Mitteilung.

Schadstoffe in Veggie-Nuggets

Laut Stiftung Warentest können viele vegane Nuggets mit Geflügelnuggets geschmacklich mithalten. Dennoch dürften Veganer mit dem Testergebnis nicht allzu zufrieden sein. Denn: In einzelnen Produkten fanden die Tester Schadstoffe, Chlorat und Schimmelpilze. Von möglicherweise krebserregenden, chemischen Verbindungen waren die veganen Nuggets von Iglo und Penny, aber auch die Fleisch-Varianten von Iglo, Lidl und American Style betroffen, heißt es.