NizzaDie Messerattacke in Nizza mit drei Toten war laut Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ein „islamistischer Terroranschlag“. Frankreich sei angegriffen worden, sagte Macron. Er kündigte einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der schon länger laufende inländische Anti-Terror-Einsatz „Opération Sentinelle“ („Operation Wachposten“) des Militärs solle von 3000 auf 7000 Soldaten aufgestockt werden. Macron war nach dem Anschlag in Begleitung von Ministern nach Nizza gereist.

Ein mutmaßlicher Islamist hatte am Donnerstagmorgen in der größten Kirche der südfranzösischen Stadt Nizza drei Menschen mit einem Messer getötet, wie die Polizei mitteilte. Die Opfer wurden massiv am Hals verletzt.

Einer 60-jährigen Frau sei tief in die Kehle geschnitten worden, sagte Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard in Nizza. Er sprach von einer Art Enthauptung. Auch der getötete Küster wurde schwer an der Kehle verletzt. Ein drittes schwer verletztes Opfer sei noch geflüchtet. Die 44-Jährige sei dann außerhalb der Kirche ihren Verletzungen erlegen. Am Tatort gefunden haben Ermittler ein rund 17 Zentimeter langes Messer - offenbar die Mordwaffe.

„Alle sind weggerannt, es fielen Schüsse“, erzählte ein Kellner, der in einer Bar in der Nähe der Kathedrale arbeitet. Der mutmaßliche Täter wurde nach Polizeiangaben verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Bürgermeister Estrosi sagte, der festgenommene mutmaßliche Täter habe mehrfach „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen. „Alle Bürger von Nizza sind schockiert und entsetzt“, so Estrosi. 

Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um einen Mann, der 1999 in Tunesien geboren ist. Der konservative französische Abgeordnete aus dem Département Alpes-Maritimes, in dem auch Nizza liegt, Éric Ciotti, äußerte sich dazu auf Twitter: Der mutmaßliche Täter sei über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist, schrieb er. Ciotti sprach sich dafür aus, vorerst keine Zuwanderung nach Frankreich zuzulassen und Asyl vor allem an der Grenze zu Italien auszusetzen.

Auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Mann auf Lampedusa mit anderen Migranten in die EU eingereist und auf der Insel registriert worden sei. 

Höchste Terror-Warnstufe ausgerufen

Für das ganze Land wurde die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Diese Warnstufe ermöglicht die Mobilisierung von Ressourcen im Kampf gegen den Terror. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen „Mordes und Mordversuchs im Zusammenhang mit einer terroristischen Tat“.