Berlin (dpa/bb) – - Im Fall des Einbruchs in die Asservatenstelle des Hauptzollamtes Berlin mit tonnenschwerer Beute hat ein dritter Prozess begonnen. Angeklagt ist ein 33-Jähriger. Er soll an der Sortierung und Umverpackung von Beute – darunter über fünf Millionen beschlagnahmte unverzollte Zigaretten und mehr als acht Tonnen Wasserpfeifentabak – mitgewirkt haben. Der Verteidiger erklärte am Dienstag zu Verhandlungsbeginn am Berliner Landgericht, sein Mandant werde sich zunächst nicht äußern. Ihm werden Diebstahl und Steuerhehlerei zur Last gelegt. 

Im Januar 2020 sollen mehrere Männer in das Lager des Amtes in Berlin-Hohenschönhausen eingebrochen sein – von mindestens 17 Tatverdächtigen gehen die Ermittler aus. Einer oder mehrere Täter seien laut Anklage über eine Dachluke in die Halle eingestiegen. Von innen seien dann die verschlossenen Rolltore geöffnet worden. Die Einbrecher sollen mit Lkw in die Halle gefahren und das Diebesgut mit einem Gesamtgewicht von mehr als zwölf Tonnen eingeladen haben. 

Ein Teil der Beute wurde zu einem Industriegelände in der Nähe der Halle gebracht. Ermittler hatten nach Hinweisen einen Scheinankauf für den Tabak initiiert. Dabei war die Ladung beschlagnahmt worden. Der Gesamtschaden aus dem Einbruchsdiebstahl belaufe sich auf rund zwei Millionen Euro, heißt es in der Anklage. 

Der 33-Jährige, der im Nachgang des Einbruchs mitgewirkt haben soll, wurde im Dezember 2021 festgenommen. In zwei früheren Prozessen mussten sich bereits acht Angeklagte verantworten. Sechs der Männer erhielten Haftstrafen von zwei Jahren und neun Monaten bis zu vier Jahren und drei Monaten. Die meisten dieser Urteile sind allerdings noch nicht rechtskräftig. Eine vierte Anklage sei in Vorbereitung, hieß es nun am Rande. Nach sechs Verdächtigen - darunter der mutmaßliche Bandenchef - werde noch gefahndet. Der Prozess wird am 16. Juni fortgesetzt.