Eindringling in Windsor: Regierung will Armbrust-Verkauf einschränken

Ein junger Brite versuchte am ersten Weihnachtstag in Schloss Windsor einzudringen. Er war mit einer Armbrust bewaffnet und wollte wohl die Queen ermorden.

Großbritannien: Der bewaffnete 19-Jährige schaffte es, aufs Gelände von Schloss Windsor einzudringen (Archivbild).
Großbritannien: Der bewaffnete 19-Jährige schaffte es, aufs Gelände von Schloss Windsor einzudringen (Archivbild).AP/Alastair Grant

London/Windsor-Als Reaktion auf das Eindringen eines mit einer Armbrust bewaffneten Mannes aufs Gelände der königlichen Residenz Schloss Windsor will die britische Regierung die Regeln zum Besitz und Erwerb dieser Waffen verschärfen. Innenministerin Priti Patel habe angeordnet, die Erkenntnisse aus dem Vorfall am ersten Weihnachtsfeiertag in die derzeit laufende Prüfung aufzunehmen, berichtete die Zeitung Daily Telegraph am Dienstag. Das Ministerium teilte mit, es werde geprüft, wie die Kontrollen verschärft werden könnten.

Sicherheitskräfte fassen 19-Jährigen auf Schlossgelände

Am Morgen des 25. Dezember hatten Sicherheitskräfte einen 19-Jährigen auf dem Schlossgelände gefasst, der über die Mauer des Anwesens westlich von London geklettert war. Der 19-Jährige kündigte die Tat mit einem Videoclip an. Im Clip ist eine maskierte Gestalt zu sehen, die mit einer Armbrust hantiert. Die geplante Ermordung der Königin solle ein Racheakt für ein Massaker britischer Truppen in Indien 1919 sein. Der junge Mann ist vermutlich psychisch krank. Die Queen war während des Vorfalls auf dem Gelände.

Armbrüste dürfen nicht an öffentlichen Orten getragen werden

Derzeit ist es in Großbritannien verboten, Armbrüste an Minderjährige zu verkaufen. Die Waffe darf zudem nicht an öffentlichen Orten getragen werden. Allerdings kann sie von Erwachsenen frei erworben werden. Zuletzt waren Rufe nach schärferen Restriktionen laut geworden, nachdem ein Mann von seinem Nachbarn mit einer Armbrust getötet worden war. In einem Bericht an Ministerin Patel warnte der Untersuchungsrichter, dass es keine engmaschige Kontrolle sowie Aufzeichnungen über Armbrust-Besitzer gebe.