Einfallstor für Spionage? Huawei könnte Rauswurf aus deutschem Netz drohen

Das Unternehmen könnte in Deutschland als „nicht vertrauenswürdiger“ Hersteller eingestuft werden. Andere Länder haben es vom 5G-Ausbau bereits ausgeschlossen.

Auch die Nutzung von Huawei-Bauteilen könnte untersagt werden. (Symbolbild)
Auch die Nutzung von Huawei-Bauteilen könnte untersagt werden. (Symbolbild)AP/Mark Schiefelbein

Die Bundesregierung behält sich rechtliche Einschränkungen der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes in Deutschland vor. Wie das Handelsblatt am Montag unter Verweis auf Angaben des Bundesinnenministeriums berichtete, könnte Berlin den Netzbetreibern verbieten, „kritische Komponenten“ chinesischer Hersteller zu verwenden.

Auch die Nutzung bereits verbauter Bauteile könnte demnach untersagt werden, „wenn der weitere Einsatz die öffentliche Ordnung oder Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland voraussichtlich beeinträchtigt, insbesondere, wenn der Hersteller der kritischen Komponente nicht vertrauenswürdig ist“, zitierte die Zeitung das Ministerium.

Ampel-Politiker sehen Ausschluss von Huawei kritisch

Huawei ist einer der weltweit größten Telekommunikationsausrüster und führend bei der 5G-Technologie. Mehrere Länder, darunter die USA und Großbritannien, haben den Anbieter jedoch vom Ausbau ihrer 5G-Netze ausgeschlossen, da es Sorge gibt, Huawei-Technik könnte ein Einfallstor für chinesische Spionage oder Sabotage sein. Die deutschen Netzbetreiber wollen dennoch auf das Unternehmen setzen. In Deutschland könnte das Unternehmen aber als „nicht vertrauenswürdiger“ Hersteller eingestuft werden.

Politiker der Ampel-Parteien sehen dies kritisch. „Es wäre weltfremd und naiv, die geopolitische Bedeutung der Aktivitäten Huaweis in Deutschland für den Einfluss Chinas nicht zu erkennen“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Konstantin Kuhle dem Handelsblatt. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz, verwies auf die aktuelle Gaskrise: Es müsse nun allen klar sein, „dass man sich Diktaturen mit imperialistischer Grundhaltung tunlichst nicht wirtschaftlich ausliefern sollte, um nicht erpressbar zu werden“.