Berlin - FDP-Politiker Wolfgang Kubicki hat seinem Unmut über die aktuelle Corona-Politik Luft gemacht und vor einer Zweiklassengesellschaft gewarnt. Auf Facebook schrieb Kubicki kürzlich: „Überlegungen, dass Ungeimpfte in einen Lockdown gehen sollen, wenn die Corona-Zahlen steigen, stehen nicht nur gegen den Geist unserer Verfassung, sondern vertiefen die gesellschaftliche Spaltung, die die bisherige Corona-Politik hauptsächlich verursacht hat, immer weiter.“

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages widerspricht ferner Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der zuvor vor einer „Pandemie der Ungeimpften“ gewarnt hatte. Diese könne es laut Kubicki gar nicht geben, da sich das Virus mit Blick auf eine steigende Zahl an Impfdurchbrüchen auch mit Impfungen weiter ausbreite.

Kubicki: Ungeimpfte werden bestraft

Kubicki plädiert vielmehr – wie auch beispielsweise der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt – für eine Wiedereinführung der kostenfreien Bürgertests. Der Jurist argwöhnt zudem die Förderung einer „Zweiklassengesellschaft“ durch die Politik sowie einen „Bestrafungsmechanismus für Ungeimpfte“.

Unterdessen nimmt die Debatte um die mögliche Einführung der 2G-Regel in Deutschland weiter Fahrt auf. Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt zweifelt zwar an der Rechtssicherheit einer solchen Maßnahme für ganz Deutschland, der zufolge nur Geimpften und Genesenen Zutritt erlaubt wäre, doch in Sachsen gilt die Vorgabe bereits seit Montag, was einem Quasi-Lockdown für Ungeimpfte gleichkommt.