Einstweilige Verfügung von Stefan Aust: Jan Böhmermann löscht Sendung  

Im „ZDF Magazin Royale“ verglich Böhmermann Journalisten und Politiker mit der RAF. Die betreffende Sendung wurde jetzt aus der Mediathek entfernt.

Der Satiriker Jan Böhmermann
Der Satiriker Jan Böhmermanndpa/Ben Knabe

Nachdem der Satiriker Jan Böhmermann einen Rechtsstreit gegen den Welt-Herausgeber Stefan Aust verloren hat, wurde eine Sendung des „ZDF Magazin Royale“ aus der Mediathek entfernt. Der Sender reagiert damit auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg. 

Am 25. November hatte Böhmermann im TV ein Fahndungsplakat mit Politikern und Journalisten gezeigt und die FDP zur neuen RAF erklärt. Ein Foto, das angeblich den Welt-Herausgeber Stefan Aust zeigen sollte, war auf dem fiktiven Plakat zu sehen. Aust reichte daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen die Sendung ein. Das Landgericht gab Aust Recht.

Reichtsstreit mit Böhmermann: Nicht Aust war auf dem Foto, sondern Volker Bruch

Laut dem Gericht geht es aber nicht um die Sendung als Ganze, sondern um das fiktive Fahndungsplakat. In einer Mitteilung des Gerichts heißt es: „Gegenstand der Unterlassungsverfügung ist die Verbreitung eines mit „Aust, Stefan Reinhard, 1.7.46 Stade“ unterschriebenen Portraitfotos, das Teil eines fiktiven Fahndungsplakats ist, das in der Sendung Magazin Royale vom 25. November 2022 gezeigt wurde.“

Das Problem: Das Portrait mit dem Namen Aust zeigt den Schauspieler Volker Bruch, der in dem bekannten Film über die RAF „Der Baader Meinhof Komplex“ die Rolle von Stefan Aust spielte. „Nach Auffassung der zuständigen Kammer des Landgerichts war das aber für den Zuschauer in dem Kontext auch unter Berücksichtigung des satirischen Inhalts des Beitrags nicht erkennbar, vielmehr entstehe der Eindruck, es handele sich um ein Bildnis Stefan Austs in jungen Jahren.“

Böhmermann reagierte auf Twitter verschnupft: Am Donnerstag warf er Stefan Aust vor, die Sendung „canceln“ zu wollen. Am Freitag veröffentlichte er ein Bild des Journalisten auf Twitter, überschrieben mit einem Zitat des Künstlers René Magritte: „Ceci n'est pas une pipe.“ Auf Deutsch: „Dies ist keine Pfeife“. Der Surrealist Magritte hatte das Bild einer Pfeife 1929 eben genau mit diesem Zitat versehen.