Einwanderer in Ostdeutschland gehen häufiger auf das Gymnasium

Laut einer Studie gehen im Westen gerade einmal 28 Prozent der Jugendlichen aus Einwandererfamilien auf ein Gymnasium. Hauptursache sei die soziale Herkunft.

Noch immer hängt der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Eltern ab.
Noch immer hängt der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Eltern ab.epd/Nancy Heusel

Rund 56 Prozent der Jugendlichen aus Einwandererfamilien besuchen in Ostdeutschland deutlich häufiger das Gymnasium als im Westen. Dort würden gerade einmal 28 Prozent der Jugendlichen aus Einwandererfamilien am Gymnasium lernen, zeigt eine am Montag veröffentlichte Auswertung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) zur Bildungssituation von jungen Menschen. Hauptgrund für die Unterschiede sei die soziale Herkunft der Eltern.

Ostdeutsche Jugendliche, deren Eltern nach Deutschland migriert seien, würden sogar häufiger ein Gymnasium als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler besuchen, deren Eltern in Deutschland geboren wurden. Weil viele Migrantinnen und Migranten im Osten aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion kämen, würden sie über ähnliche Qualifikationen wie Ostdeutsche ohne Einwanderungsgeschichte verfügen.

Migranten arbeiten im Westen häufig als niedrig qualifizierte Arbeitskräfte

Das bestätige die Ergebnisse vorliegender Studien, die den Bildungshintergrund und die finanzielle Situation der Eltern als maßgeblich für den Bildungserfolg ihrer Kinder betrachten, hieß es. In den alten Bundesländern würden Migrantinnen und Migranten anders als im Osten immer noch häufig als niedrig qualifizierte Arbeitskräfte arbeiten.

Bildungspolitische Maßnahmen oder den Besuch von Kindertagesstätten hätten dagegen weniger Auswirkungen auf den Bildungserfolg. Die Studie zeige, dass es in beiden Bereichen kaum Unterschiede zwischen Ost und West gebe.

Für die Untersuchung wertete das Team Daten von 107.717 Schülerinnen und Schülern aus 9. Klassen aus. Dazu gehörten unter anderem Angaben zum familiären Umfeld und zur besuchten Schulform.