Einzelhandel befürchtet Umsatzeinbrüche durch Maskenpflicht

Bei Wiedereinführung der Maskenpflicht würden die Umsätze der Geschäfte sinken. Der Handelsverband fordert eine klare Zusage, dass Unternehmen in dem Fall geholfen wird.

Eine Kundin verpackt in einem Lebensmittelgeschäft ihre Einkäufe an der Kasse und trägt eine Maske als Mund- und Nasenschutz. 
Eine Kundin verpackt in einem Lebensmittelgeschäft ihre Einkäufe an der Kasse und trägt eine Maske als Mund- und Nasenschutz. dpa/Tobias Hase

Berlin-Der Einzelhandel befürchtet spürbare Einbußen, sollte die Maskenpflicht in Berlin erneut auf Geschäfte ausgeweitet werden. „Wir sagen ganz klar: Wenn es medizinisch geboten ist und sich die politische Mehrheit findet, dann werden wir uns dem nicht verweigern“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

„Aber ein wichtiger Punkt ist der: Wir wissen und können es nachweisen, dass mit dem Einführen der Maskenpflicht in bestimmten Einzelhandelsbranchen massive Umsatzeinbußen einhergehen“, so der Verbandsgeschäftsführer. Für solche Fälle müsse es eine klare Zusage geben, dass Unternehmen geholfen werde, die einen Schaden nachweisen könnten. „Und das fehlt mir bei Frau Gote. Sie sagt nur, was sie alles wieder verbieten will.“

Maskenpflicht in Berlin könnte wieder verschärft werden

Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) hatte am Mittwoch eine Verschärfung der Maskenpflicht in Berlin ins Gespräch gebracht. Bisher gilt sie berlinweit in öffentlichen Verkehrsmitteln. Gote warnte jedoch, das Gesundheitssystem werde durch deutlich steigende Infektionszahlen stark belastet. Deshalb sei die Vorbereitung einer Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Räumen zum Schutz gesundheitlich anfälliger Gruppen notwendig. Dazu zählen etwa Museen und Geschäfte. Über die Ausweitung der Maskenpflicht soll nach Gotes Angaben bei der Senatssitzung am Dienstag beraten werden.

Einzelhandel: Rote Linien sind Schließungen, 2G und 3G

Busch-Petersen wies auf die Erfahrungen hin, die es im Handel bereits mit der Maskenpflicht gebe: „Textil, Bekleidung, Schuhe – da können Sie bei Einführung den Pfeil nach unten sehen und bei Aufhebung den Pfeil nach oben.“ Dennoch sei der Einzelhandel nicht prinzipiell gegen Corona-Masken beim Einkaufen. Die roten Linien seien Lockdowns - also zeitlich befristete Schließungen, 2G- und 3G-Regeln. „Das heißt, da würden wir uns wehren“, sagte Busch-Petersen.

2G meint, nur Geimpften und Genesenen wird der Zutritt beispielsweise zu Geschäften oder Museen erlaubt, 3G Geimpften, Genesenen und Menschen mit aktuellem negativen Testnachweis.

Für die Geschäfte ist die Kontrolle solcher Regelungen mit erheblichem Aufwand verbunden. Busch-Petersen bezeichnete sie als „No-Go“. Für die Maskenpflicht gelte das nicht. „Wir wissen, dass die Maske natürlich eine hohe Wirkung entfalten kann.“